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Facebook will für Netzneutralität kämpfen

Provider und Netzbetreiber in Deutschland haben sich erwartungsgemäß für den "Google-Verizon-Pakt" erwärmt, der das Prinzip der Netzneutralität angreifen möchte. "Unternehmen, die massiv profitieren, sollen sich auch an den Netzkosten beteiligen. Das sind vor allem die Videoanbieter wie Youtube", erklärte Peter Charissé, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Kabelnetzbetreiber. Derweil hat sich Facebook scharf gegen den Plan gestellt, und auch deutsche Netzaktivisten sammeln Protest-Unterschriften.

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Google und das mächtige US-Telekom-Unternehmen Verizon hatten in einer gemeinsamen Erklärung gefordert, sogenannte "neue Dienste" und drahtlose Internetverbindungen vom Internet-Prinzip der Gleichbehandlung aller Daten auszunehmen.
Damit bringen die beiden Netz-Giganten den größten Teil der digitalen Öffentlichkeit gegen sich auf, bekommen aber Applaus von Infrastruktur-Anbieter, die schon seit langem an Erlösen im Netz beteiligt werden wollen. So kommentierte Stephan Albers, Geschäftsführer des Bundesverbandes Breitbandkommunikation: "Eine Kostenbeteiligung stellt sicher, dass Investitionen sich für die Netzbetreiber lohnen." Die Deutsche Telekom entfaltet längst politischen Druck, um Zahlungen nicht nur von Kunden, sondern auch von Inhalteanbietern einfordern zu können.
Dagegen hat sich Facebook, das mit Google ohnehin auf scharfem Konfrontationskurs liegt, auf die Seite der Kritiker gestellt. "Facebook unterstützt das Prinzip der Netzneutralität weiterhin, und zwar für stationäre und mobile Netzwerke", heißt es in einer Erklärung. Nur so könne im Netz der Nutzer "die vollständige Kontrolle über die Inhalte und Dienste haben, die über das Internet kommen."
Auch prominente Financiers und Kapitalgeber äußern ihre Skepsis. Fred Wilson von Union Square Ventures, schreibt: "Ein reguliertes Internet ist eine angenehme Idee für Provider. Für Web-Unternehmer und ihr Umfeld ist es ein furchteinflößender Gedanke."

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