RBB-Chefin Reim verdient 220.000 Euro

Ärmere Sender, ärmere Gehälter: Nach dem WDR hat nun auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) die Spitzengehälter seiner Manager veröffentlicht - anders als die Kölner sogar freiwillig, aber auf Druck der Berliner Politik. Während WDR-Chefin Monika Piel im Jahr auf 308.000 Euro kommt, überweist der RBB seiner Intendantin Dagmar Reim bloß 220.000 Euro. Auch die Gehälter der Direktoren liegen teils deutlich unter dem WDR-Niveau.

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Während der WDR von den neun ARD-Sendern mit Abstand der mit dem meisten Geld ist, bangt der RBB derzeit wie kein anderer um seine Zukunft. Anfang dieser Woche hatte der medienpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Christian Goiny, die Senderspitze zu freiwilliger Transparenz aufgefordert: "Der öffentliche Rundfunk muss offen legen, was er mit den Rundfunkgebühren finanziert und wie viel an den Spitzenpositionen verdient wird." Dem kam der Vorsitzende des RBB-Verwaltungsrats, Hartmann Kleiner, jetzt nach: "Es gibt nichts zu verheimlichen."

Kleiners Angaben zufolge verdient Intendantin Reim also 220.000 Euro pro Jahr, ihr Stellvertreter und Verwaltungsdirektor Hagen Brandstäter 175.000 Euro, Programmchefin Claudia Nothelle 155.000 Euro, Produktionschef Nawid Goudarzi 165.000 Euro und Justiziar Reinhart Binder 155.000 Euro. Die Direktoren des WDR kommen indes auf 190.000 bis 206.000 Euro, also deutlich mehr.

Der Kölner Sender hatte seine Top-Gehälter am 9. August mit seinem Geschäftsbericht 2009 veröffentlicht. Zu diesem Schritt musste der Sender allerdings erst gezwungen werden: Die Landespolitik hatte erst wenige Monate zuvor das sogenannte WDR-Gesetz entsprechend geändert. Der nordrhein-westfälische Staatsvertrag ist die Basis des Westdeutschen Rundfunks. Der Pflichtpublikation der WDR-Top-Gehälter folgten prompt Forderungen nach mehr Transparenz in den anderen gebührenfinanzierten Sendern.

Bisher weigern sich das ZDF, das Deutschlandradio und die sieben übrigen ARD-Anstalten ihre Spitzengehälter preiszugeben. Auch der RBB teilte gestern auf die politische Forderung hin zunächst noch abwehrend mit: "Wir halten uns an Recht und Gesetz." Dass er als erste öffentlich-rechtliche Programmanstalt nun seine Top-Gehälter veröffentlicht, obwohl er dazu gar nicht verpflichtet ist, steht Reims Sender zweifellos gut zu Gesicht.

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