Gewinner und Verlierer der Nachrichten-Sites

Die Entwicklungen bei den IVW-Visits der Internet-Nachrichtenbranche präsentieren wir Ihnen monatlich aktuell. Doch wie sehen die etwas längerfristigen Trends aus? Welche News-Websites gewannen in den vergangenen 12 Monaten besonders deutlich und wer gehört zu den Verlierern? Wir wollten es wissen und präsentieren nun den 12-Monats-Vergleich. Eins der Ergebnisse: Größter Gewinner der Top-25-Sites ist die Hamburger Morgenpost mit einem Plus von 72,7%, verloren haben u.a. Handelsblatt und manager magazin.

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Für unsere Analyse haben wir die Top 50 der Nachrichten-Sites zunächst zweigeteilt – in eine erste und eine zweite Liga. So können die größeren und die kleineren Wettbewerber etwas besser direkt miteinander verglichen werden. In beiden Ligen wurden dann die Visits aus dem Juli 2010 mit denen aus dem Juli 2009 ins Verhältnis gesetzt. Die Website mit dem größten prozentualen Zuwachs führt schließlich das Ranking an. Im Durchschnitt gewannen die 50 Kontrahenten im Laufe der 12 Monate übrigens 28,2% hinzu.

Beginnen wir mit der ersten Liga, den 25 populärsten, von der IVW vermessenen, Nachrichten-Websites des Landes. Wie erwähnt liegt die Hamburger Morgenpost hier vorn. Von unter 2 Mio. Visits verbesserten sich die Hamburger auf fast 3,5 Mio. – ein Plus von 72,7%. Mit etwas Abstand folgt Merkur-Online mit einem ebenfalls starken Wachstum von 65,7%, sowie auf Rang 3 die erste der ganz großen News-Websites: Welt Online gewann in den 12 Monaten 58,3% hinzu.

Ebenfalls noch über dem Top-50-Durchschnitt von 28,2% liegen in der ersten Liga tz Online, Zeit Online, taz.de und Bild.de, die lustigerweise beide genau gleich stark wuchsen, das Hamburger Abendblatt, RP Online und DerWesten. Klar unter den 28,2% kamen andere Große ins Ziel: stern.de gewann nur 18,8% hinzu, Spiegel Online 16,3% und Focus Online 12,1%. Verlierer gibt es in der ersten Liga ganze drei: Das Duo Stuttgarter Zeitung & Stuttgarter Nachrichten büßte 2,6% der Vorjahres-Visits ein, Handelsblatt.com 6,9% und manager magazin online sogar heftige 19,0%. Bei Handelsblatt und manager magazin haben die Minuszeichen natürlich auch damit zu tun, dass die Nachrichtenlage für Wirtschafts-orientierte Angebote im vergangenen Jahr mit der Finanzkrise eine andere war. Dennoch ist es den beiden Sites offenbar nicht gelungen, das damals neu gewonnene Publikum auch zu halten.

Die Frankfurter Rundschau kam im Übrigen deswegen nicht in die Wertung, weil für den Juli 2009 keine IVW-Zahlen vorliegen. Würde man hier die jeweiligen Juni-Zahlen vergleichen, käme die FR mit einem Plus von ca. 38% in die Top Ten der Gewinner.

Die zweite Liga wird von einem auf den ersten Blick extremen Gewinner angeführt. Volksfreund.de aus Trier legte von Juli 2009 bis Juli 2010 um 185,0% zu. Allerdings liegt dieses Plus nicht an einem plötzlichen Popularitäts-Schub, sondern daran, dass seit Frühling 2010 die Community Partyface.de zu Volksfreund.de hinzugerechnet wird und die Visits des Angebots mehr als verdoppelt hat. Mit redaktionellen Inhalten hat sich hingegen die zweitplatzierte BZ aus Berlin nach oben geschoben: Mit einem Wachstum von 93,8% hat die Boulevard-Website ihre Visits fast verdoppelt. Beim drittplatzierten Neue OZ kommen viele der neuen Vists aus der IVW-Kategorie Spiele.

Verlierer gibt es in der zweiten Liga weitere zwei: Die WirtschaftsWoche, für die dasselbe gilt wie für Handelsblatt und manager magazin, büßte 8,2% der Vorjahres-Visits ein, die Rhein-Zeitung verlor sogar 17,7%. Gerade dort sind die schwachen Zahlen bemerkenswert, tritt doch der Rhein-Zeitungs-Chefredakteur Christian Lindner immer wieder als großer Twitter- und Facebook-Fan in Erscheinung und macht mit Aktionen wie der, Sascha Lobo für einen Tag zum RZ-Chef zu machen, von sich und der Rhein-Zeitung reden. Den Visits des eigenen Online-Angebotes hilft das alles offenbar nicht.

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