Meteomedia: Kachelmann bleibt Chef

Jörg Kachelmann is back: Der ARD-Wettermoderator ist nach seiner Freilassung aus der U-Haft wieder Chef seiner Wetterfirma Meteomedia. Wie das Handelsblatt berichtet, ist damit der Rücktritt von Frank B. Werner verbunden. Der Münchner Verleger und ehemalige Springer-Manager, der 34 Prozent an Meteomedia hält, hat rückwirkend zum 1. Juli sein Amt als Verwaltungsrat niedergelegt. Er hatte nach den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Kachelmann dafür plädiert, dass sich der Moderator aus dem Geschäft zurückzieht.

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Der Stern hatte bereits kurz nach der Freilassung des prominenten TV-Wetterfroschs berichtet, dass hinter den Kulissen von Meteomedia ein Machtkampf tobte. Werner versuchte, die Geschäfte der gemeinsamen Firma vom Namen Jörg Kachelmann zu lösen, um einen weiteren Imageschaden zu verhindern. Dazu hatte er durchgesetzt, dass Kachelmann keine Verträge mehr für die Firma alleine abschließen durfte. Aus der U-Haft soll der Firmenchef, der mit 49 Prozent die Mehrheit an der Wetterfirma hält und als Präsident des Verwaltungsrats fungiert, den Verwaltungsrat der gemeinsamen Firma entmachtet haben, woraufhin Werner dann über den dritten Verwaltungsrat Norbert Steffen vergeblich eine Aussprache im Gefängnis erreichen wollte.
Werner galt Firmen-intern als schärfster Kritiker Kachelmanns, wie das Handelsblatt schreibt. "Ich halte es für eine Frage der Hygiene, dass sich jemand nach solchen Vorwürfen zurückzieht", wird Werner zitiert. Er soll eine Neuordnung von Meteomedia angestrebt haben, weil erwartet wurde, dass Kachelmann sich nach den Vergewaltigungsvorwürfen beruflich nach Kanada zurückziehen würde. Das Handelsblatt hatte zuvor einen namentlich nicht genannten Geschäftspartner zitiert, der Kachelmann riet: "Wenn ich er wäre, würde ich nach Kanada gehen." Dort lebte der Moderator von 2004 bis 2007 und soll dort auch immer noch ein Haus besitzen.  
Meteomedia ist Kachelmanns Lebenswerk. Mit der Firma gelang es dem Schweizer, die Vormachtstellung des Deutschen Wetterdienstes bei den Wettervorhersagen zu brechen. Das Unternehmen hat rund 60 Mitarbeiter und 2009 über eine Million Schweizer Franken als Gewinn erwirtschaftet. Wichtigster Kunde ist die ARD, für die Kachelmann die Wettervorhersage auch moderierte. Über Meteomedia hält Kachelmann noch die Jörg Kachelmann Produktions AG, über die alle seine geschäftlichen Tätigkeiten koordiniert werden.
Auch wenn Kachelmann durch den Rücktritt Werners seinen Platz als Firmenchef behaupten konnte, soll der TV-Moderator zur Zeit keinen direkten Kontakt zu Meteomedia-Kunden haben, sondern sich juristisch gegen seinen Imageschaden wehren. Dabei soll es sich um Anwaltskosten von mehreren 100.000 Euro handeln, die Kachelmann noch aus eigener Tasche zahlt. Sollte ihm das Geld ausgehen, könnte er bei Meteomedia um ein Darlehen bitten. Von Seiten der Gesellschafter sei man grundsätzlich dazu bereit, heißt es, sofern man entsprechende Sicherheiten vorgelegt bekomme.

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