Machtkampf in Kachelmanns Wetter-Reich

Gestern ist der wegen Vergewaltigung angeklagte ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Bis zum Prozessbeginn am 6. September wird er auch Einiges in seiner Wetterfirma Meteomedia zu regeln haben. Der Stern berichtet von einem Machtkampf, der hinter den Kulissen von Meteomedia und der Jörg Kachelmann Produktions AG tobe. Sein Mit-Gesellschafter Frank B. Werner versuche, die Geschäfte der gemeinsamen Firma vom Namen Jörg Kachelmann zu lösen.

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Laut Stern versucht Kachelmanns Geschäftspartner bei Meteomedia, der Journalist und Unternehmer Frank B. Werner, den Namen Kachelmanns künftig aus dem Unternehmen rauszuhalten, damit das Image keinen weiteren Schaden nimmt. Kachelmann hält 49 Prozent an Meteomedia, Werner 38 Prozent. Laut Stern hatte Werner durchgesetzt, dass Kachelmann alleine keine Verträge für die Firma mehr abschließen kann. Aus dem Knast heraus habe Kachelmann Werner daraufhin als Verwaltungsrat der gemeinsamen Firma entmachtet.

Werner habe daraufhin versucht, über den dritten Verwaltungsrat Norbert Steffen eine Aussprache im Gefängnis zu erreichen. Das war wohl die ominöse Geschäftsbesprechung im Knast, über die viele Zeitungen berichteten, die dann aber doch nicht zustande kam und nun nicht mehr nötig ist.

Meteomedia ist Kachelmanns Lebenswerk. Mit der Firma gelang es dem Schweizer, die Vormachtstellung des Deutschen Wetterdienstes bei den Wettervorhersagen zu brechen. Das Unternehmen hat rund 60 Mitarbeiter und 2009 über eine Million Schweizer Franken als Gewinn erwirtschaftet. Über der Meteomedia hat Kachelmann noch die Jörg Kachelmann Produktions AG, über die alle seine geschäftlichen Tätigkeiten koordiniert werden. Bis zu seiner Verhaftung war Kachelmann auch ein gefragtes Werbegesicht, z.B. für den Trinkjoghurt Actimel. Nach den Vergewaltigungsvorwürfen wurde er in der Actimel-Werbung durch die ehemalige Tennisspielerin Steffi Graf ersetzt. Kachelmanns Verhaftung, die schwerwiegenden Vorwürfe und die breite Medienberichterstattung sind ein ernstes Problem für Meteomedia. Hinter den Kulissen liegen die Nerven bei Managern und Mitarbeitern offenbar blank. 

Es wird spannend zu beobachten, wie Kachelmann nach seiner Entlassung aus der U-Haft seine Geschäfte ordnet. Ein namentlich nicht genannter Geschäftspartner gibt ihm im Handelsblatt einen brisanten Tipp: “Wenn ich er wäre, würde ich nach Kanada gehen.” Dort besitzt Kachelmann ein Haus. Kachelmanns Mit-Gesellschafter Frank B. Werner ist übrigens auch im Print-Journalismus tätig. Kürzlich kaufte er von der Axel Springer AG die von ihm gegründeten Wirtschaftszeitschriften Euro (früher: Finanzen) und Euro am Sonntag zurück – mit Hilfe einer unbekannten Schweizer Beteiligungsgesellschaft.

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