Knigge-Rat: Benimmregeln fürs Social Web

Es gibt schon viele Benimm-Ratgeber für das Social Web, jetzt gibt es auch eine Art offiziellen Social-Web-Knigge vom Deutschen Knigge-Rat. Der Klassiker der Benimm-Literatur hat zwölf Tipps formuliert, wie man sich in sozialen Netzwerken benehmen sollte, um erfolgreich zu kommunizieren. Grundstürzend Neues bieten die Knigge-Tipps nicht, aber die Empfehlungen sind ein guter Leitfaden für Neulinge. MEEDIA stellt die Tipps vor und sagt, welche empfehlenswert sind und wo trotzdem Fallen lauern.

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1. Bestimmen Sie Ihre Zielgruppen und die passenden Netzwerke

Man soll sich vor dem Beitritt überlegen, in welches Soziale Netzwerk man eintritt, meint der Knigge-Rat. Guter Punkt. Der Tipp, man soll Privates und Berufliches in ein und demselben Netzwerk nicht vermischen, wird sich in der Praxis aber kaum durchhalten lassen. Gerade bei Leuten, die im Social Web aktiv sind, verschwimmen die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben zusehends.

2. Bleiben Sie authentisch

Man soll keine fiktive Identität aufbauen und in allen Netzwerken das gleiche Foto benutzen – zwecks leichterer Identifizierung. Dagegen ist nix einzuwenden.

3. Meiden Sie plumpe Vertraulichkeiten

Generell ein guter Rat. Die Tipps für die Umsetzung gehen dann aber ein wenig am Thema vorbei. Man soll sich überlegen, welche Kontakte man zulassen möchte oder nicht, schreibt der Knigge-Rat. Geschäftskunden würden es vielleicht als unpassend empfinden als “Freunde” bei Facebook angesprochen zu werden. Kann sein. Was aber, wenn der Kunde oder Geschäftspartner selbst einem als “Freund” auf die virtuelle Schulter haut? Dann kann man nicht einfach ablehnen, ohne die Herrschaften zu brüskieren. MEEDIA-Tipp: Zum Beispiel bei Facebook eine eigene Untergruppe für Geschäftskontakte anlegen und die Einstellungen der Gruppe so ändern, dass die Kunden keine privaten Informationen zu sehen bekommen. Auf diese Weise bleibt man freundlich aber diskret.

4. Lehnen Sie unerwünschte Anfragen ab

Es gibt keinen Zwang Herrn Hinz und Frau Kunz, die man nicht kennt, als “Freunde” zu bestätigen. Gut auch der Rat vom Knigge-Rat, Ablehnungen kurz und freundlich damit zu begründen, dass man nur persönliche Kontakte über das Netzwerk pflegen möchte.

5. Belästigen Sie Ihre Kontakte nicht

“Belästigen Sie Ihre ‘Freunde’ nicht mit nervenden Spielen und Anwendungen”, schreibt der Knigge Rat. In der Tat – wer kennt nicht die endlosen Aufforderungen, bei FarmVille mitzupflanzen oder endlich in den Mafia-Bandenkrieg einzusteigen… Gut gemeinter Tipp vom Knigge-Rat, der wahrscheinlich nichts nützen wird. Die Social-Games sind einfach unmenschlich populär. Zum Glück gibt es bei Facebook die “Verbergen”-Taste, mit der sich Spiele-Anfragen einfach für alle Zeit wegklicken lassen. Muss man leider für jedes Spiel extra betätigen.

6. Bleiben Sie freundlich

Der Knigge-Rat meint: “Eine korrekte Anrede und ein höflicher Abschiedsgruß gehören bei Kontaktanfragen dazu und steigern Ihre Chancen, akzeptiert zu werden.” Genau so sieht es aus.

7. Reagieren Sie humorvoll

“Unbequemen Einträge” auf der Pinnwand soll man nicht löschen, sondern mit Humor und Witz darauf reagieren. Kommt auch ein bisschen auf den Eintrag an, könnte man hinzufügen. Allzu unflätiges oder derbes Zeug darf und sollte man natürlich löschen.

8. Halten Sie den Dialog lebendig

Man soll auf Anfragen und Kommentare reagieren. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

9. Behalten Sie einen kühlen Kopf

Impulsive Einträge vor der Veröffentlichung lieber zu löschen, ist ein guter Rat. Man solle sich die Frage stellen: Möchte ich das auch in zwei Jahren noch über mich lesen? Wenn manche Zeitgenossen das ernst nehmen würden, hätten sie freilich plötzlich sehr wenig zu schreiben…

10. Schließen Sie Trolle aus

Der Knigge-Rat warnt: “Die sogenannten ‘Trolle’ sind nicht am eigentlichen Thema interessiert, sondern wollen nur Menschen in Misskredit bringen oder Diskussionen sabotieren. Blockieren Sie diese Personen in ihrer Kontaktliste.” Dem ist nichts hinzuzufügen.

11. Business-Tipp: Geben Sie Empfehlungen

Man darf ab und zu auch mal auf eigene Projekte hinweisen. Aber nicht nur: “Die Abwechslung ist auch hier entscheidend”, schreibt der Knigge-Rat. Wer das nicht beherzigt, für den greift Tipp 12.

12. Business-Tipp: Vorsicht vor plumper Werbung

Man soll „Freundschaften“ nicht mit plumper Werbung belasten. Wer nur platt verkaufen will, wird schnell ignoriert, meinen die Knigge-Leute. Und dürften damit Recht haben.

Verfasst hat den kleinen Social-Media-Knigge Rainer Wälde, Vorsitzender des Deutschen Knigge-Rats und Autor des Ratgebers “Personal Branding. Natürlich erfolgreich – auch bei Facebook, Twitter & Co.”

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