Die Probleme mit Abos auf dem iPad

Vor der Präsentation des iPad hat Apple bei US-Verlagen hinter den Kulissen Stimmung für den neuen Tablet-Computer gemacht. Das iPad, so die Apple-Emissionäre, sei ideal, um digitale Ausgaben von Print-Magazinen zu vertreiben. Die Verlage waren begeistert und ließen eifrig Digital-Magazine fürs iPad programmieren. Doch jetzt gibt es lange Gesichter. Apple blockiert Versuche der Verlage, Magazin-Abos über den App-Store für das iPad anzubieten. Zahlreiche US-Verlage fühlen sich brüskiert.

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Im April verkündete der US-Verlag Time Inc. noch zuversichtlich, bereit ab Juni digitale Abos seiner Magazine über das iPad anzubieten. Bislang sucht man diese Angebote vergebens. Laut dem Blog “All Things D” des Wall Street Journals, habe Time Inc. eine Abo-App des Magazins Sports Illustrated fix und fertig, die Veröffentlichung im App Store scheitere aber am Widerspruch von Apple.

Warum Apple die Abo-App von Time Inc nicht genehmigt hat, ist unklar. “All Things D” zitiert namentlich nicht genannte Time-Manager, die vermuten, Apple störe sich daran, dass der Verlag mit den Abos selbst Nutzerdaten über seine Leser sammeln könne. Klare Aussagen von Apple gibt es aber, wie häufig, nicht. Der Vorfall scheint Befürchtungen in Teilen der Verlagswelt zu bestätigen, dass Apple sich zu einem allmächtigen Zensor der Inhalte aufschwingt und nach Gutsherrenart bestimmt, welche Medien in den App-Store dürfen und welche nicht.

US-Verlage sind laut mehreren Medienberichten jedenfalls höchst besorgt über den Vorfall. Zahlreiche Verlage haben digitale Versionen ihrer Magazine, wie GQ, Vanity Fair oder Time, bereits für das iPad veröffentlicht, können aber nur einzelne Ausgaben verkaufen. Allerdings gibt es auch einige wenige Gegenbeispiele. So hat Apple bei den Apps vom Online-Händler Amazon und vom Wall Street Journal erlaubt, dass die Firmen die Abrechnung über ihre Apps selbst in die Hand nehmen. Warum das in einem Fall geht, in einem anderen nicht, wissen die Verantwortlichen bei Apple allein, hüllen sich aber in Schweigen.

Apple und dem iPad den Rücken zu kehren, traut sich aber auch kein Verlag. Vor allem aus zwei Gründen: Erstens ist das iPad bisher der einzige gut funktionierende und gut verkaufende Tablet-Computer am Markt und, zweitens, lassen sich über das iPad bereits bemerkenswerte Verkaufserfolge erzielen. So hat das Internet-Magazin Wired von seiner Juni-Ausgabe rund 100.000 digitale Exemplare via iPad verkauft, für immerhin 4,99 Dollar pro Stück. Am Kiosk setzt Wired normalerweise rund 74.000 Exemplare ab.

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