MyHammer zimmert Bezahl-Schranke

Handwerker protestieren gegen MyHammer: Das Dienstleistungsauktionshaus verlangt ab sofort Geld von Anbietern, die über die Plattform Aufträge an Land ziehen wollen. Mit dem "Business 500 Partner"-Paket sollen Tischler, Klempner, Fotografen und andere Dienstleister 19,90 Euro pro Monat bezahlen, damit sie ihre Geschäfte weiterhin auf der Website anbieten können. Doch das ist nur der Einstiegspreis. Später kostet das Angebot zwischen 24,90 und 49,90 Euro. Jetzt laufen die Handwerker Sturm gegen MyHammer.

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Bei MyHammer stellen Nutzer ihre Aufträge ein. Dienstleister geben dann ihre Gebote ab und erklären, für wie viel Geld sie die Arbeiten übernehmen würden. Was bisher kein Abo voraussetzte, wird ab sofort kostenpflichtig: "Zum 21.07.2010 führen wir das Business 500 Partner-Paket bei MyHammer ein. Damit übertragen wir das Modell der BusinessPartner auf die gesamte MyHammer Plattform und ermöglichen es demnächst ausschließlich BusinessPartnern, ein Angebot abzugeben", heißt es im offiziellen Blog.

Das Unternehmen begründet die Änderung damit, dass die Nutzer der Plattform sich mehr Transparenz wünschten. Auftraggeber würden sich in der Regel für Handwerker und Dienstleister entscheiden, "die bei der Angebotsabgabe ihre Kontaktdaten mitsenden, über eine aussagekräftige Firmendarstellung verfügen und bei denen auch die geprüften Qualifikationen leicht ersichtlich sind."

Genau das biete das Premium-Modell: Handwerker könnten ihre Firmen-Kontaktdaten bei Angebotsabgabe mitsenden sowie geprüfte Qualifikationen und Referenzen hinterlegen. Außerdem erreichen MyHammer-Profile von BusinessPartnern nach eigenen Angaben besonders hohe Ergebnisse bei Google.

Die 19,90 Euro sind dabei nur der Einstiegspreis, später kostet das Paket 24,90 Euro, berichtet Deutsche-Startups.de. Damit können Handwerker aber auch nur Aufträge abschließen, die ein maximales Budget von 500 Euro umfassen. Wer Gebote bis 1.000 Euro abgeben will, muss 49,90 Euro zahlen – das war aber auch schon vor der Änderung der Geschäftsbedingungen so.

Die betroffenen Dienstleister, die auf MyHammer mitbieten, machen ihrem Frust währenddessen Luft in den Kommentaren im offiziellen Blog. "Diese Maßnahme werde ich zum Anlass nehmen, die Mitgliedschaft wieder zu kündigen", schreibt ein Nutzer. "Da zahle ich ja mehr als es einbringen könnte. Schließlich kosten Auftragsvergabe und Kontaktvermittlung ja auch noch mal." Ein anderer Nutzer fügt hinzu: "Da gibt’s bessere, günstigere und allemal lukrativere Plattformen."

MyHammer-Pressesprecher Niels Genzmer versucht unterdessen die Gemüter zu besänftigen: "Uns ist klar, dass die Einführung von kostenpflichtigen Produkten keine populäre Maßnahme ist. Wir sind aber absolut sicher, dass sehr viele MyHammer Nutzer diesen Schritt verstehen werden. Denn auch MyHammer muss Geld verdienen." Bisher schrieb MyHammer fast immer rote Zahlen. Mit der Abschaffung der kostenlosen Basismitgliedschaft will das Auktionshaus dementsprechend nicht nur die Qualität der Angebote und Anbieter verbessern, sondern auch mehr Geld in die Kasse spülen.

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