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Alarmstufe Yelp für Qype & Co.

Auf dem boomenden Sektor der lokalen Bewertungsportale kommt ein neuer Wettbewerber nach Deutschland: Die US-Site Yelp launcht seine deutschsprachige Version. Ab heute können User auch auf Deutsch ausführliche Kommentare und Bewertungen zu Geschäften vor Ort abgeben und lesen. Den Anfang machen Communities für Berlin und München, zudem ist eine iPhone-App geplant. Das 2004 gegründete Unternehmen gilt international zwar als Marktführer, doch in Deutschland haben sich schon andere Plattformen etabliert.

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Empfehlungen von Freunden sind am besten: Welches Restaurant ist gut, wo gibt’s die besten Cocktails und welche Auto-Werkstatt sollte man meiden? Nach dieser Idee bieten lokale Bewertungsportale eine Mischung aus Leserkritiken und Social Network an. In den USA gilt der 2004 gegründete Restaurant-, Nightlife- und Shopping-Führer Yelp.com als Marktführer. Allein im Juni verzeichnete die Seite nach Unternehmensangaben mehr als 33 Millionen Seitenaufrufe, über elf Millionen Bewertungen in 40 Städten sind online, quer durch die USA, Kanada, Großbritannien, Irland und Frankreich. Nun soll der deutsche Markt erobert werden.
Die Webseite sei "wie geschaffen für Deutschland", erklärt Yelp-Geschäftsführer Geoff Donaker: "Die Deutschen sind dafür bekannt, dass sie gutes Essen und Kultur schätzen". Yelp.de könne den Usern helfen, "über digitale Medien großartige Geschäfte vor Ort zu entdecken". In Deutschland startet das Unternehmen zunächst mit Communities in Berlin und München, weitere Städte sollen folgen.
Vor Yelp.de ging im Mai eine französische Version online, im letzten Jahr bereits starteten die lokalen Ableger für Großbritannien und Irland. Nach Unternehmensangaben zählt die britische Seite 18 Monate nach ihrem Launch pro Monat über eine Million Unique User und wächst damit schneller als in der Heimat. Ende 2009 hatten die Kalifornier ein Übernahme-Angebot von Google in Höhe von 550 Millionen Dollar ausgeschlagen, um kurz darauf knapp 100 Millionen Dollar frisches Kapital vom Investor Elevation Partners einzusammeln.
Diesen Erfolg erhofft sich Yelp auch für den deutschen Markt. Allerdings haben sich hier in den letzten Jahren Mitbewerber wie Qype breit gemacht. "Es gibt jede Menge Bewertungsportale, die zu etwa 70 Prozent das gleiche machen wie Yelp", gibt Unternehmenssprecherin Chantelle Karl gegenüber MEEDIA zu. "Aber in den restlichen 30 Prozent unterscheiden wir uns deutlich". Neben dem großen Bewertungs-Pool aus den USA verweist sie auf einen speziellen "Review Filter": Mit einem automatisierten Algorithmus soll die Software Fake- und Lock-Angebote oder böswillige Rezensionen aus den Bewertungen herauszufiltern. "Nach unserer Kenntnis sind wir die einzige Website, die einen derartigen Qualitäts-Check einsetzt, damit die Beiträge authentisch und vertrauenswürdig sind."
Yelp.de ist für Nutzer kostenlos, zudem können sich Firmen- und Ladenbesitzer registrieren und Kontakt zu potentiellen Kunden aufnehmen. Auch eine iPad-App und ein spezielles Tool für Geschäftskunden, die für die englischsprachigen Märkte bereits erhältlich sind, sollen in den nächsten Monaten folgen.
Finanziert wird der Service durch Anzeigen. Allerdings will Yelp auf dem deutschen Markt mindestens für ein Jahr auf Werbung verzichten. "Das heißt, dass wir uns zunächst um den Aufbau unserer Community kümmern und uns erst danach um die Finanzierung durch Werbung kümmern", erklärt Karl. Andererseits wird es auch keine teure Marketingkampagne geben.
"Unsere Erfahrung zeigt, dass es Zeit braucht, eine lebhafte Community aufzubauen", sagt Karl. Daher sei die Expansion in Westeuropa als langfristiges Projekt angelegt. Weltweit beschäftigt das Unternehmen derzeit rund 450 Mitarbeiter. In Deutschland gibt es bisher lediglich eine Community-Managerin für Berlin, ein weiterer Mitarbeiter für München wird zur Zeit gesucht und weitere sollen folgen.

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