Leichter Aufschwung für Fachzeitschriften

Erstmals seit langer Zeit gibt es für die Fachzeitschriftenbranche auf dem Werbemarkt eine kleine, positive Entwicklung. Die neuesten Brutto-Zahlen der Marktbeobachter der Vertriebsunion Meynen sprechen für das erste Halbjahr zwar von einem Minus von 5% gegenüber 2009. Aber: Nach dem ersten Quartal lag es noch bei 6,5%, das zweite Quartal lief also mit -3,8% positiver als das erste. Immerhin 15 der 56 Einzelbranchen setzten im ersten Halbjahr sogar mehr um als 2009.

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Besonders positiv erging es prozentual gesehen den Fachzeitschriften aus den Segmenten Reinigung (+20,3%), Medizintechnik (+21,3%) und Schmuck/Uhren (+48,3%). Allerdings gehören diese Branchen nicht zu den ganz großen Umsatzbringern. Immerhin finden sich aber auch in der Top Ten der umsatzstärksten Segmente zwei Branchen mit einem Plus gegenüber dem ersten Halbjahr 2009: Die Zeitschriften der Energieversorgung setzten 9,4% mehr um, die Blätter für das Handwerk sogar 12,9%.

Größter Verlierer bliebt weiterhin das Segment Marketing & Werbung mit Titeln wie werben&verkaufen, Horizont, etc. Um 15,3% gingen hier die Brutto-Werbeumsätze laut VU Meynen zurück. Aber: Nach dem ersten Quartal betrug das Minus noch 22,3%, auch hier lief es im zweiten Quartal also deutlich besser. Umsatz-Marktführer bleibt in der VU-Meynen-Statistik die Wirtschaftspresse mit 28,143 Mio. Euro, gefolgt von der allgemeinen Industrie (22,278 Mio.) und dem Lebensmittelmarkt (19,760 Mio.).

Im Ranking der 20 Top-Titel finden sich fünf, die gegenüber 2009 zulegen konnten. Größer prozentualer Gewinner ist die Neue Juristische Wochenschrift mit einem Zuwachs von 18,0%, nach absoluten Zahlen gerechnet konnte die Wirtschaftswoche am meisten zulegen: um 0,742 Mio. Euro (5,1%). Die drei weiteren Aufsteiger heißen Elektronik (+4,1%), VerkehrsRundschau (+2,6%) und Allgemeine Bauzeitung (+0,1%).

Am deutlichsten verloren haben hingegen der Industrieanzeiger (-20,6%), Horizont (-17,8%) und MM Das IndustrieMagazin (-13,8%). Ganz vorn bleibt die Wirtschaftswoche mit einem Brutto-Werbeumsatz von 15,415 Mio. Euro, gefolgt von der Lebensmittel Zeitung (12,912 Mio.) und Capital (5,979 Mio.). Wie immer muss auch zu dieser Werbeumsatz-Statistik hinzugesagt werden, dass es sich um Brutto-Zahlen handelt, eventuelle Rabatte, Austausch und Gegengeschäfte also als nicht beachtet werden. Jede Anzeige taucht hier als voll bezahlte Werbung auf. Über tatsächliche Umsätze sagt die Statistik also wenig aus, ein Indikator für die Situation in der Branche ist sie aber durchaus.

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