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Schnelles Altern im Newsroom

Die New York Times ist besorgt über die Gesundheit kommender Journalisten-Generationen: In einem digitalen Newsroom sei die Belastung so extrem, dass deutlich früher mit Überlastung und Burnout-Symptomen zu rechnen sei. Duy Linh Tu, der an der Columbia University das Programm für digitale Medien leitet, berichtet: "Wenn ehemalige Studenten zu Besuch kommen, sehen sie aus, als hätten sie Jahrzehnte harter Arbeit hinter sich, nicht nur die paar Jahre, die es tatsächlich sind."

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Dass die beliebten "meistgelesen"-Ranglisten in Online-Redaktionen den Stress erhöhen, ist schon länger bekannt. Inzwischen gibt es in den USA etliche Journalisten, die aus der Newsroom-Mühle ausgestiegen sind, weil sie sich dem Druck nicht mehr aussetzen wollten.

Paradebeispiel für fordernde Arbeitsbedingungen ist das multimediale Magazin Politico, das sich ausschließlich im Washingtoner Regierungsbezirk bewegt: Dort sorgte, laut New York Times, ein Aprilscherz für Tränenausbrüche. Die Chefredakteure hatten in einer Mail den Arbeitsbeginn auf fünf Uhr früh verlegt, weil man im Morgengrauen Politiker am besten erreichen könne.

Das hielten etliche Redakteure für blanken Ernst. Im ersten Halbjahr sind bei Politico rund ein Dutzend Redakteure ausgestiegen, bei Gawker Media sei ein eine Verweildauer von nur einem Jahr durchaus üblich.

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