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Bergengruen: der Neue für Studio Hamburg

Der Vorsitzende der Geschäftsführung bei Studio Hamburg, Martin Willich, wird zum Februar 2011 in den Ruhestand gehen. Über dreißig Jahre war der 65-Jährige dann bei der hundertprozentigen NDR-Produktionstochter tätig. Zu seinem Nachfolger wird der SWR-Fernsehspielchef Carl Bergengruen berufen. Der 50-Jährige, der die Hauptabteilung Fernsehen und Film leitet, verantwortete unter anderem den Scientology-Film "Bis nichts mehr bleibt" sowie die deutsch-österreichische Produktion "Stauffenberg".

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Willich ist seit 1980 Mitglied der Geschäftsführung von Studio Hamburg. Ab 1984 leitete der gelernte Jurist das Management des Unternehmens. Bis Mitte 1990 gehörte er zudem als CDU-Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft an und war auch zeitweise ihr Präsident. In einem Interview mit der Wirtschaftswoche im September 2009 hatte Willich eine Privatisierung von Studio Hamburg in Erwägung gezogen, die aber bisher nicht vollzogen wurde.
"Martin Willich hat Studio Hamburg zu dem gemacht, was es heute ist: ein schlagkräftiges, modernes Medienunternehmen, das sich im Wettbewerb hervorragend behauptet und das zu den Branchenführern in Deutschland zählt", so NDR-Intendant Lutz Marmor, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Studio Hamburg GmbH ist. "Wir verdanken Martin Willich viel. Jetzt gilt es, an seine erfolgreiche Arbeit anzuknüpfen. Mit Carl Bergengruen konnten wir einen überaus renommierten Nachfolger gewinnen. Er bringt sowohl inhaltlich wie als Produzent großes Know-how mit. Auf die Zusammenarbeit mit ihm freue ich mich."
Carl Bergengruen begann seine berufliche Laufbahn als Fernsehspielredakteur beim damaligen Südwestfunk (SWF) in Baden-Baden. 1992 wechselte der gebürtige Hamburger zum MDR, wo er die Fernsehfilmabteilung des neuen Senders mit aufbaute. 1994 kehrte er zum SWF zurück und wurde 1998 im neu gegründeten SWR Redaktionsleiter und Produzent der Stuttgarter "Tatort"-Folgen. 2002 übernahm er die Leitung der Hauptabteilung Film und Serie, die 2004 um das Kinder- und Familienprogramm zur Hauptabteilung Film und Familienprogramm erweitert wurde. Einen Namen machte sich Bergengruen mit den Produktionen "Stauffenberg", "Romy", "Mogadischu" und zuletzt "Bis nichts mehr bleibt". Neben seinem Fernseh-Engagement ist er zudem auch Honorarprofessor im Studiengang Medienmanagement der Hochschule RheinMain in Wiesbaden.
Über seine neue Aufgabe sagte der 50-Jährige: "Ich freue mich, im kommenden Jahr die Leitung von Studio Hamburg zu übernehmen, das unter Martin Willich für herausragende TV-Produktionen und Dienstleistungen auf hohem Niveau steht. Als Fernsehfilmchef wie als künftiger Geschäftsführer bin ich davon überzeugt, dass wir uns gerade in der Medienkrise offensiv dem fairen Qualitätswettbewerb um die besten Filme, Serien und Unterhaltungssendungen stellen müssen. Dafür ist Studio Hamburg bestens gerüstet."
Der SWR begegnet dem Weggang Bergengruens mit gemischten Gefühlen. So sagte Bernhard Nellessen, SWR-Fernsehdirektor, dass es Angebote geben, die man nicht ausschlagen könne: "Dass Carl Bergengruen die Geschäftsführung von Studio Hamburg übernimmt, kann man ihm nicht verdenken. Dennoch bedauere ich diesen Schritt sehr." Die Entscheidung gehe ihm persönlich aufgrund der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit sehr nahe. Wer ab Februar 2011 die SWR-Hauptabteilung Fernsehen und Film leiten wird, ist noch unbekannt.

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