Spiegel bleibt meistzitiertes Medium

Die meisten News in deutschen Medien wurden aus dem Spiegel zitiert. Das ist das Ergebnis des Forschungsinstituts Media Tenor für das erste Halbjahr 2010. Demzufolge wurde auf das Nachrichtenmagazin aus Hamburg 1.160 Mal verwiesen, gefolgt von der Bild-Zeitung (811 Zitate) und seiner Sonntagsausgabe (549 Zitate). Die Süddeutsche landete auf Platz 4 mit 493 Zitaten, das ZDF auf Platz 20 (210 Zitate). An Bedeutung verloren hat die Financial Times Deutschland, die aus dem Ranking der Top 20 rausfiel.

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Im Vergleich zum Vorjahresquartal konnte der Spiegel 69 Zitate mehr für sich beanspruchen. Auch damals nahm das Nachrichtenmagazin den ersten Platz ein. Das Handelsblatt, was aktuell den fünften Platz einnimt (476 Zitate), verlor jedoch etwas an Relevanz: Im ersten Halbjahr 2009 kam die Wirtschaftszeitung aus Düsseldorf noch auf 549 Verweise in deutschen Medien und konnte sich unter den Top 3 behaupten. 
Den größten Zuwachs im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 verbuchte die FAZ, gefolgt von der Süddeutschen Zeitung. "Die großen Traditionsblätter aus München und Frankfurt konzentrieren sich nach den harten Umstrukturierungen wieder stärker auf die Inhalte", so Roland Schatz, Gründer und Präsident von Media Tenor International. Die FAZ steigerte ihre Resonanz in den anderen Meinungsführer-Medien vor allem durch Zitate im Politikteil, wo sie vom zehnten Platz im ersten Halbjahr 2009 auf den fünften Platz in diesem Jahr vorrückte. Die Frankfurter konnten insbesondere zu Themen wie Koalitionskrach, den Rücktritten von Bundespräsident Köhler und dem hessischen Ministerpräsidenten Koch, oder zu den Sondierungsgesprächen in NRW auf ihre Inhalte aufmerksam machen.
Dass das Springer-Boulevard-Flaggschiff Bild als meistzitierte Tagszeitung im Ranking vertreten ist, begründen die Forscher damit, dass sie Debatten um die mangelhafte Ausbildung in der Bundeswehr, die Koalitionsverhandlungen in NRW oder das Sponsoring-Engagement von BP für das Sommerfest des Bundespräsidenten angestoßen hätten.
Im Vergleich der Wirtschaftsmedien hat die Bedeutung deutscher Titel abgenommen, während ausländische Titel wie Financial Times, der Economist oder Forbes häufiger als Quelle für Informationen herangezogen wurden. Vor allem die Financial Times Deutschland musste ihren 16. Platz vom Vorjahresquartal abgeben und erscheint nicht mehr in der Top 20 der meistzitierten Medien in Deutschland. Die Wirtschaftswoche wurde zwar auch sechs Plätze schlechter als 2009 eingestuft, dennoch überholte das Blatt um Chefredakteur Roland Tichy die Wirtschaftszeitung aus Hamburg und nimmt den 17. Platz ein. Besonders bemerkenswert dabei ist, dass die FTD fünf Mal die Woche erscheint, die Wirtschaftswoche nur ein Mal.
Auch unter den meistzitierten Online-Medien nimmt Spiegel Online den ersten Platz ein und liegt mit über 110 Zitaten im ersten Halbjahr 2010 vor Bild.de (35 Zitate)  und Handelsblatt.com (20 Zitate). Auf die Online-Ausgabe des Hamburger Nachrichtenmagazins kommen damit genau soviel Verweise wie auf die Print-Version der Berliner Zeitung.
Für das Ranking wurden zwischen Januar und Juni 2010 in den Politik- und Wirtschaftsteilen der 40 deutschen Meinungsführermedien (u.a. Bild, FAZ, FR, SZ) 14.872 Zitate ausgewertet.

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