DFB zensiert Bierhoff-Interview

Zeit Online veröffentlichte ein Interview mit Team-Manager Oliver Bierhoff – allerdings ohne Antworten. Er und der DFB hatten die Veröffentlichung "im Nachhinein" untersagt. Die Begründung des Fußball-Verbands: Es hätte "inhaltlich und sprachlich" zu viel geändert werden müssen. Dabei wirken die Fragen insgesamt eher harmlos.

Anzeige

Bei Steffen Dobbert von Zeit Online hinterließ Bierhoff bei dem Gespräch einen insgesamt positiven Eindruck. Seine Bilanz: "Sympathisch, aber selbstzensierend". Dennoch hat er wenig Verständnis für die Zensur des knapp halbstündigen Interviews:
"Bierhoff hatte sich in Rage geredet. Aber er hatte nichts gesagt, was die Fußballwelt erschüttern würde. Vielleicht wirkte er so authentisch, weil er ehrlich war. Vielleicht dürfen seine Worte deshalb nicht veröffentlicht werden."
Demnach sagte ein DFB-Pressesprecher zur Begründung der Interview-Zensur: "Das ist nicht der Bierhoff, wie er sonst rüberkommt."

Das entspricht der in Deutschland grassierenden Praxis, Interviews vom Gesprächspartner autorisieren zu lassen – immer mit der Möglichkeit, das Gesagte im Nachhinein zu korrigieren oder zu widerrufen. Dabei sind die Richtlinien des Pressekodex‘ hier eindeutig: "Ein Wortlautinterview ist auf jeden Fall journalistisch korrekt, wenn es das Gesagte richtig wiedergibt."

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige