DDVG: Millionengewinn für die Genossen

Die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) hat auch 2009 schwarze Zahlen geschrieben. Allerdings schrumpfte der Gewinn nach Steuern der SPD-eigenen Holding von 15,5 Millionen im Vorjahr auf 4,2 Millionen Euro. Mit Kostensenkungsprogrammen in den Unternehmen konnten die erheblichen Umsatzeinbußen durch rückläufige Anzeigen und Auflagen nahezu ausgeglichen werden. Aus dem Bilanzgewinn überweist die Medienholding für das vergangene Geschäftsjahr abzüglich Steuern 7,7 Millionen Euro an die Partei.

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Hauptgrund für den Gewinneinbruch ist nach Angaben der Holding der Verzicht auf die Rückzahlung von Darlehen gegenüber mehreren Medienhäusern. "Wir haben uns entschieden, einige Beteiligungsgesellschaften in wirtschaftlich schwierigen Zeiten durch Verbesserung der Finanzstruktur zu stärken", sagte SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks.
Bei welchen ihrer Investments die DDVG auf ausstehende Darlehen verzichtet hat, wurde nicht bekannt. Die SPD-Holding ist weit verzweigt, prominente Beteiligungen hält die Partei bei Frankfurter Rundschau, der Zeitungsgruppe Madsack (u.a. Hannoversche Allgemeine), dem Dresdner Druck- und Verlagshaus (u.a. Sächsische Zeitung) und Ökotest.
Das Betriebsergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 19,4 Millionen Euro nur knapp unter dem Vorjahreswert von 21,3 Millionen Euro. Vor dem Hintergrund zweistelliger prozentualer Rückgänge im Anzeigengeschäft bei den Beteiligungsverlagen sowie sinkender verkaufter Auflagen zeigten sich die Verantwortlichen der DDVG zufrieden mit dem Ergebnis.
Für das laufende Jahr gab sich SPD-Schatzmeisterin Hendricks vorsichtig optimistisch: In den ersten Monaten 2010 lägen die Tendenzen "über Plan". Dennoch sei die Strukturkrise der Tageszeitungen noch nicht überwunden. Weiterhin müssten die Verlage auf striktes Kostenmanagement achten, Personalkosten senken und Tarifstrukturen überdenken.
Für die Zukunft setzt die DDVG vor allem auf lokale Angebote, auch im Internet. Auch jenseits des Journalistischen will die Holding neue Geschäftsfelder erschließen. So könnten Verlage über ihre regionalen Angebote stärker in den Tourismus oder den Ticketverkauf einsteigen.
Zudem wolle sich die DDVG bei ihren Beteiligungsgesellschaften für eine höhere Qualität im Lokaljournalismus einsetzen. Offen blieb auf der Pressekonferenz in Hamburg hingegen, wie eine solche Qualitätssteigerung mit tendenziell sinkenden Personal-Budgets zu leisten ist.

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