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Rettet Franklin die Zeitungsbranche?

Der US-Zeitungskonzern Journal Register Company hat sein "Ben Franklin Project" zu einem "revolutionären Erfolg" erklärt: Am 4. Juli sind alle 22 Tageszeitungen und Online-Publikationen des Verlags unter Beteiligung der Leser (Crowdsourcing) und nur mittels freier, webbasierter Software entstanden. Jon Cooper, Vice President of Content, zeigt sich enthusiastisch: "Dieser Tag markiert den Beginn eines neuen Wegs für Medienunternehmen, deren Angestellte ihre Zukunft in die Hand nehmen wollen."

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Der nicht unbedeutende Regionalzeitungs-Verlag Journal Register (u.a. New Haven Register) sah sich zu radikalen Maßnahmen gezwungen: Mit knapp 700 Millionen Dollar Schulden legte der Verlag Anfang 2009 eine kontrollierte Insolvenz ("Chapter 11") hin, verließ die Börse und startete als privates Unternehmen neu. Das "Ben Franklin Project" diente als Leuchtturm-Projekt für einen neuen Weg: Einen Monat lang wurde systematisch der Tag vorbereitet, an dem der Verlag zugleich Lizenzkosten für Software sparen und seine Kunden in Recherche, Erstellung und Weiterentwicklung der Themen einbeziehen würde.
"Das Projekt hat Grundlegendes verändert und ist keineswegs vorbei", schwärmt der für inhaltliche Seiten verantwortliche Jon Cooper. Nach seiner Darstellung sind auf allen Ebenen in Verlag und Redaktionen Kooperationen angestoßen worden, die früher nicht denkbar waren. Die Beispiele für "Crowdsourcing" sind typische lokale Mitmach-Aktionen, aber nicht uninteressant: Die Delaware County Times etwa riefen auf, Grundsteuer-Bescheide einzureichen, um eine genaue Rechnung darüber aufzumachen, was die Gemeinden einehmen und was sie andererseits für die Bürger leisten.
Interessant sind auch Berichte von der technischen Seite: Im Verlag ist man überzeugt, mit Open-Source-Software und hausinternen Programmieren in Kürze alle kommerziellen Programme wie Quark oder InDesign einsparen zu können. Ein IT-Mitarbeiter hält die weitere Suche nach neuen AdTrackern oder Publishing-Systemen für eine "sinnlose Verschwendung von Zeit, Energie und Geld". Garniert mit einem klassischen Franklin-Zitat: "When you’re finished changing, you’re finished." 

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