Nokia, RIM, LG: die Apple-Opfer

Apples Erfolgsstory geht weiter: Nach dem überaus erfolgreichen iPad-Launch sprengte auch der Verkaufsstart des neuen iPhone 4 sämtliche Rekorde. Keine Frage: Die vierte Generation des Apple-Smartphone ist schon jetzt ein Hit. Doch wo es einen großen Gewinner gibt, sind die Verlierer nicht fern. Wie drastisch die Kräfteverschiebung im Mobilfunkmarkt inzwischen ausfällt, beweist der Aktienabsturz von Handy-Giganten wie Nokia und RIM – die Börse lässt die alten Darlings gnadenlos fallen.

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Apples Erfolgsstory geht weiter: Nach dem überaus erfolgreichen iPad-Launch sprengte auch der Verkaufsstart des neuen iPhone 4 sämtliche Rekorde. Keine Frage: Die vierte Generation des Apple-Smartphone ist schon jetzt ein Hit. Doch wo es einen großen Gewinner gibt, sind die Verlierer nicht fern. Wie drastisch die Kräfteverschiebung im Mobilfunkmarkt inzwischen ausfällt, beweist der Aktienabsturz von Handy-Giganten wie Nokia und RIM – die Börse lässt die alten Darlings gnadenlos fallen.
   
Was für einen Unterschied drei Jahre machen können. Fast auf den Tag genauso lange ist es nämlich her, als das iPhone erstmalig in den USA debütierte.  36 Monate und drei Generationen später hat Apples Smartphone den Mobilfunkmarkt komplett aufgemischt. 73 Tage dauerte es 2007 noch, bis die erste Million verkauft wurde – eine Marke, die im vergangenen Jahr in gerade drei Tagen übersprungen wurde.

Dieses Jahr wurde der Absatz mit dem neuen Modell iPhone 4 noch mal um 70 Prozent gesteigert. "Das ist die erfolgreichste Markteinführung eines Produktes in der Geschichte von Apple", muss CEO Steve Jobs erneut nach Superlativen suchen, nachdem das iPad zuvor im Monatsrhythmus die Millionenmarke gerissen hatte. Entsprechend befindet sich die Apple-Aktie seit Anfang des Jahres trotz des zuletzt schwachen Marktumfelds mit einem Plus von 17 Prozent deutlich im Aufwind.

RIM-Aktie: Trotz zweistelligem Gewinnwachstum 28 Prozent im Minus

Den Preis von Apples Erfolg indes müssen andere zahlen. Etwa der ärgste Rivale auf dem US-Markt, der nach Stückzahlverkäufen allerdings immer noch leicht vorne liegt – Research in Motion (RIM). Der Blackberry-Hersteller veröffentlichte vergangenen Donnerstag nach Handelsschluss neuste Unternehmensdaten, die sich eigentlich sehen lassen können: 24 Prozent mehr Umsatz, 20 Prozent mehr Gewinn – und stolze 11,2 Millionen verkaufte Blackberries.

Doch es gibt nicht wenige Technologieexperten, die damit rechnen, dass es RIMs letztes Quartal vor Apple war – mit der Einführung des iPhone 4 könnte der US-Techpionier am kanadischen Platzhirsch nach verkauften Geräten vorbeiziehen. Entsprechend wenig Fantasie hat das Papier bei Anlegern: Bei nur noch knapp 49 Dollar liegt die RIM-Aktie 2010 schon wieder um 29 Prozent hinten – und fast zwei Drittel vom Allzeithoch aus 2008 entfernt.  
 
Nokia: Erdrutschartige Verluste auf BP-Niveau

 
Fast genauso hart hat es den nominellen Marktführer der Handybranche getroffen: Die Nokia-Aktie liegt seit Jahresbeginn um 25 Prozent hinten. Weitaus schlimmer indes: Seit Bekanntgabe der Quartalszahlen Mitte April hat das Papier mehr als 40 Prozent an Wert verloren – und damit fast so viel wie die BP-Aktie im selben Zeitraum! Bei inzwischen weniger als 7 Euro ist die Nokia-Aktie erst vergangene Woche auf ein ganz bitteres 12-Jahrestief zurückgefallen.

Entsprechend schnell soll die Trendwende im hart umkämpften Smartphone-Markt, in dem Nokia immer mehr den Anschluss zu verpassen droht, nun vollzogen werden. So gibt der finnische Branchenmulti unverhohlen als oberstes Ziel  "eine schnellere Produkterneuerung" aus. Zu Beginn des zweiten Geschäftshalbjahres am Donnerstag tritt eine Untergliederung in die drei Sparten Mobile Solutions, Mobile Phones und Markets in Kraft.

Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo versucht den Schritt proaktiv zu verkaufen: "Wir wollen schneller auf die Wachstumsmöglichkeiten bei Smartphones und mobilen Computern antworten."  Ob das jedoch gelingt, wird von Aktionären aktuell höchst kritisch beurteilt. Erst zur Bekanntgabe der Quartalszahlen Mitte April musste der Nokia-Boss eingestehen: "Wir befinden uns weiter in einem harten Wettbewerb bei den hochpreisigen Mobilfunkgeräten in unserem Angebot".
 
Samsung solide, LG schwächelt

Das gilt auch für die die Nummer drei des Mobilfunksektors. Der koreanische Elektronikmischkonzern LG hatte bei Vorlage der jüngsten Quartalszahlen gerade erst gepatzt. Nur dank starker Verkäufe von Waschmaschinen, Kühlschränken und Flachbildfernsehern konnte das Ergebnis gerettet werden – die Handysparte entwickelte sich zuletzt schwächer als erwartet. Die Quittung: Ein Minus der Aktie von 15 Prozent seit Jahresbeginn.

Besser in Gesamtheit hat sich dagegen im laufenden Jahr bislang der nationale Rivale Samsung geschlagen: Die Aktie liegt immerhin noch um 9 Prozent vorne. Im letzten Quartal konnte ein Rekordgewinn eingefahren werden – allerdings maßgeblich durch den Erfolg der Halbleitersparte. Der Gewinn im Handysegment entwickelt sich leicht rückläufig. Es bleibt dabei: Apples Zugewinn hinterlässt seine Spuren in den Bilanzen der Konkurrenten – und in denen steckt der Launch des neuen iPhone noch gar nicht drin.

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