SZ will die FAS vom Samstag aus angreifen

Der Gesellschafter und Herausgeber der Süddeutschen Zeitung, Johannes Friedmann, hat in einem Spiegel-Interview das Halali auf die erfolgreiche Sonntags-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geblasen. Geld für eine eigene Sonntagszeitung ist nicht da, also will die Süddeutsche die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung künftig vom Samstag aus angreifen. Die bisher eher magere Wochenendbeilage soll ausgebaut werden. Auch das freitags erscheinende SZ Magazin soll ins Konzept eingebunden werden

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“Jetzt denken wir darüber nach, wie wir die Wochenendausgabe so gestalten können, dass wir damit die Sonntagszeitungen der Konkurrenz ersetzbar machen. Das könnte auch das SZ-Magazin einbeziehen”, sagte Johannes Friedmann dem Spiegel. Das klingt schon fast danach, als ob die Beilage SZ am Wochenende und das bisher freitags erscheinende SZ Magazin zusammengelegt werden könnten. Innerhalb des Süddeutschen Verlag wird diese Variante aber als wenig wahrscheinlich betrachtet. Das Magazin solle lediglich in eine Gesamtkonzeption für das Wochenende eingebunden werden. Magazin-Chefredakteur Dominik Wichmann hatte auch das intern gelobte Konzept für eine Sonntagsausgabe der Süddeutschen verantwortet. Das Projekt scheiterte daran, dass der Aufbau eines eigenen Sonntags-Vertriebs zu teuer ist.
Friedmann mahnte außerdem eine behutsame Modernisierung des SZ-Layouts an. Sicher kein Fehler. Umgesetzt werden dürften solche Pläne auf jeden Fall in Absprache mit dem neuen Chefredakteur Kurt Kister, der Anfang 2011 inthronisiert wird. Kister gilt als Wunschkandidat der Redaktion und als Garant des überregionalen Anspruchs der Süddeutschen Zeitung.

Das klingt alles fast nach ein bisschen Aufbruchstimmung bei der von Sparwellen gebeutelten Süddeutschen Zeitung. Weniger Freude macht Zeitungsmann Friedmann dagegen offenbar sein anderes Blatt, die Münchner Abendzeitung. Trotz Blattreform sei die Lage dort nach wie vor traurig, sagte er dem Spiegel. Die Auflage sinkt, die jungen Leser laufen weg. Man müsse künftig weg von der “Faktenlastigkeit” und mehr Orientierung geben. Klingt, als sei die nächste Blattreform schon in greifbarer Nähe.

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