taz zieht sich aus iBook-Store zurück

Die Berliner tageszeitung hatte einen ungewöhnlichen Weg gewählt, um eine digitale Ausgabe der Zeitung auf Apples iPad zu bringen. Die taz wurde im E-Book-Format ePub einfach in den iBook-Store eingestellt. Jetzt hat die taz sich dort aber schon wieder zurückgezogen. Grund: Es gab Probleme mit den Apple-Regeln für den digitalen Bücherladen. Es dauerte stets mehrere Tage, bis Apple eine neue taz-Ausgabe im iBook-Store online gestellt hatte. Für eine Tageszeitung untragbar.

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Da hatte die taz die Rechnung ohne die Apple-Bürokratie gemacht. Am 10. Juni brachte die Berliner Zeitung ihre digitale Ausgabe zum Preis von 99 Cent in den iBook-Store. Das schien auch alles prima zu funktionieren. Man konnte die Zeitung dort digital kaufen und sehr gut lesen. Bereits am 11. Juni sei die digitale taz auf Platz eins der meistgekauften "Bücher" im Store gewesen, berichtet das taz-Hausblog. Schon in den nächsten Tagen gab es aber Aktualisierungsprobleme. Die taz ist jeden Tag gegen 22 Uhr fertig produziert. Es war aber unmöglich, die Ausgabe zeitnah im iBook-Store zur Verfügung zu stellen. Laut taz-Blog dauerte der Vorgang stets mehrere Tage.

Die taz’ler behalfen sich damit, dass sie einfach den Inhalt der bereits eingestellten Ausgabe aktualisierten. Aber das konnte nur eine Übergangslösung sein. Erstens blieb das Einstellungsdatum stets gleich, was bei Lesern für Verwirrung sorgen könnte, und zweitens konnte man die aktualisierte Ausgabe nicht noch einmal kaufen. Der iBook-Store ging davon aus, dass man das "Buch" taz ja schon gekauft habe. Bei der taz hoffte man wohl auf ein Entgegenkommen von Apple und stellte mehrere Anfragen. Der Hersteller beschied die Berliner Zeitungsmacher nach einiger Zeit jedoch nur mit der Auskunft, man freue sich zwar über das "innovative Herangehen", eine Zeitung als E-Book zu verkaufen, eine kürzere Zeitspanne zwischen Upload und Veröffentlichung sei im iBook-Store aber prinzipiell nicht möglich.

Das Ende vom Apple-Ausflug: Die taz zog sich aus dem iBook Store wieder zurück. Laut eigenen Angaben wurden trotz der technischen Hindernisse immerhin 860 Exemplare über diesen Weg verkauft. Stattdessen liefert die taz ihre digitale Ausgabe nun auch zusätzlich im Mobilformat Mobi aus, das von Handys und dem Amazon E-Book-Reader Kindle gelesen werden kann. Nutzer geben in den Kommentaren des tazblog zudem Hinweise, wie man die digitale taz mit Hilfe von Apps trotzdem auf dem iPad lesen kann. Allerdings nur in Form des digitalen Abos. Die taz verspricht aber, noch in diesem Sommer auch wieder digitale Einzelausgaben auf der Website und über verschiedene Plattformen anzubieten.

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