Google China: Der Rückzug vom Rückzug

Strategiewechsel im Land der Mitte: Google gibt im Streit um den unzensierten Zugang zur Websuche auf dem chinesischen Markt nach. Wegen des drohenden Verlusts der Geschäftslizenz in der Volksrepublik hebt der US-Konzern nach eigenen Angaben die Umleitung des Datenverkehrs auf die unzensierte Hongkong-Seite auf. Erst im März hatte sich Google aus dem Land zurückgezogen. In Puncto Zensur ist Peking weiterhin zu keinen Kompromissen bereit: Die Suchergebnisse unterstehen nun wieder staatlicher Kontrolle.

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Wie Spiegel.de berichtet, muss sich Google damit dem Druck der chinesischen Behörden beugen, die die bisherige Google-Praxis als unakzeptabel ablehnten. Im Google-Blog heißt es dazu, dass die aktuelle Provider-Lizenz für den chinesischen Markt Ende Juni ausläuft und eine Verlängerung ohne Anpassungen ausgeschlossen sei. Ohne das Zugeständnis an Peking wären für Google in China "tatsächlich die Lichter ausgegangen", wie es weiter heißt.

Die neue chinesische Seite wird allerdings weiterhin einen gut sichtbaren Link zum freieren Angebot aus Hongkong enthalten. Damit bleibt die unzensierte Suche für Chinesen weiterhin möglich, allerdings wird die automatische Datenumleitung eingestellt. Jedoch ist unklar, ob sich Peking mit dieser Lösung zufrieden gibt und die Lizenz erneuert.
Auslöser für den Rückzug aus China waren Anfang des Jahres angebliche Hacker-Angriffe auf Google und andere US-Großunternehmen. Zudem kam es mit den chinesischen Behörden zu einem Konflikt um die bestehende Internet-Zensur. Bis zum Rückzug hatte Google in China erheblich investiert und einen Marktanteil von 30 Prozent erreicht.

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