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Burda: Kostenkontrolle statt Kuscheln

Weniger Umsatz, mehr Gewinn. Auf diese Formel lässt sich die Bilanz von Hubert Burda Media für 2009 bringen. Demnach ist der Umsatz um fast zehn Prozent auf 1,59 Mrd. Euro eingebrochen. Die Gewinne seien trotzdem gestiegen, die Rendite sogar von acht auf zehn Prozent erhöht worden. Grund sind Sparmaßnahmen und ein gutes Geschäft im Internet. Das Digitale soll auch im laufenden Jahr der Wachstumstreiber sein. Die neue Devise lautet: gnadenlose Kosten-Nutzen-Kontrolle.

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Vorstandschef Paul-Bernhard Kallen sagte im manager magazin, man wolle "normalere Prozesse" aufsetzen, als dies in Familienunternehmen manchmal der Fall sei. Verlags-Vorstand Philipp Welte wird vom mit den Worten zitiert, es sei sinnlos, "hohe Beträge in Produkte zu investieren, die keine Chance haben, jemals Gewinne zu machen". Einige Internet-Aktivitäten der Verlage sollen demnach eher reduziert werden. Betroffen ist u.a. das Frauen-Portal beQueen.de, bei dem zum 1. Juli der Stecker gezogen wird. Nutzer werden dann zu Freundin.de weitergeleitet. Bei Burda, so die Botschaft, wird nicht mehr gekuschelt, sondern nur noch gerechnet.
Burda setzt online vor allem auf nicht-journalistische Online-Geschäfte wie das Karriere-Netzwerk Xing. Hier wurde die Beteiligung im vergangenen Jahr für 50 Mio. Euro aufgestockt. Inzwischen ist der Verlag mit 29 Prozent Mehrheitseigner bei dem Sozialen Netzwerk. Laut Vorstandschef Paul-Bernhard Kallen ist nicht ausgeschlossen, dass die Beteiligung weiter erhöht wird. "Es ist ein schönes Investment. Es passt zu uns", sagt Kallen.
Insgesamt hat Burda 2009 rund 211 Mio. Euro investiert. 2010 sollen sich die Investitionen auf 150 Mio. Euro belaufen. Die Erlöse im Digitalgeschäft stiegen 2009 um 11,6 Prozent auf knapp 380 Mio. Euro. Die anderen Unternehmenssparten müssen mit rückläufigen Umsätzen leben. Die deutschen Burda-Verlage setzen mit 606 Mio. Euro knapp 81 Mio. weniger um als noch im Jahr zuvor. Das Auslandsgeschäft (343 Mio. Euro) und die Drucksparte (124 Mio. Euro) verloren je 18 Prozent der Erlöse.

Im laufenden Jahr bietet sich ein ähnliches Bild. Kallen rechnet für 2010 weiter mit rückläufigen Zahlen fürs Stammgeschäft und steigenden Zahlen fürs Digitale. Insgesamt sollen die Erlöse aber wieder um vier bis sechs Prozent wachsen. Im schwächelnden Print-Geschäft drohen derweil weitere Sparmaßnahmen. Philipp Welte schließt das Einstellen von Zeitschriften dabei als Möglichkeit ausdrücklich ein. Ins profitable Print-Geschäft und neue Projekte will man aber weiter investieren. Ein Topf in zweistelliger Millionenhöhe steht bereit. 

Holger Eckstein wird mit Wirkung zum 1. Juli neuer Finanzvorstand von Hubert Burda Media. Der Geschäftsführer der Burda Services und bisherige stellvertretende Finanzchef übernimmt damit ein Jahr früher als geplant die Finanz-Verantwortung vom Vorstandsvorsitzenden Kallen.

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