Telekom lässt Diekmann abblitzen

Kein Privileg für Kai Diekmann: Für Telekom-Vorstandschef René Obermann sind der Bild-Chef und der Axel Springer Verlag "ganz normale Beschwerdeführer". Das sagte Diekmann in einem Interview mit Sueddeutsche.de. Der Chefredakteur hatte während seines Urlaubs in Marokko seinen 100-Tage-Blog fleißig weiter befüllt und damit Roaming-Kosten von über 40.000 Euro verursacht. Auf einer Management-Tagung hatte Diekmann dagegen Widerspruch eingelegt - jedoch erfolglos. Dies bedeute für Diekmann: hinten anstellen.

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Die Höhe der Telefonrechnung habe Diekmann "natürlich umgehauen", wie er in dem SZ-Interview sagte. Aus diesem Grund sei er auch "so hinterhältig" gewesen, René Obermann auf der Tagung direkt anzusprechen: "Da habe ich mich nach Roaming-Gebühren im Allgemeinen und Speziellen erkundigt – nämlich nach meinen eigenen. Vor allem will ich sicher sein, dass meine Frau nicht heimlich 50er-Jahre-Liebesschnulzenfilme aus dem Netz geladen hat", so Diekmann.
Dennoch stieß der Bild-Chef dort auf taube Ohren. Obermann habe ihn vor versammelter Mannschaft daran erinnert, dass er und der Axel Springer Verlag normale Beschwerdeführer seien. "Das heißt: hinten anstellen", kommentierte Diekmann.
Nach Informationen des Kontakter beläuft sich die Rechnungssumme auf insgesamt knapp 42.000 Euro. Auf die Frage, wie lange er dafür arbeiten müsse, sagte Diekmann: "Das habe ich mich auch sofort gefragt. Zum Glück hat mein großartiger Verlag, auf den ich mich immer verlassen kann, die Kosten für den Blog übernommen."
Diekmann hatte von Oktober 2009 bis Februar 2010 unter KaiDiekmann.de gebloggt. Im MEEDIA-Interview sagte er damals, dass er täglich 90 Minuten dafür aufgewendet habe. "Bei einigen Außeneinsätzen aber auch weit mehr". Laut Google Ad-Planer zählte das Blog 32.000 Unique Visitors.

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