AOL verkauft Bebo zum Schleuderpreis

Der Ausverkauf bei AOL geht weiter: Nach wochenlanger Suche hat der Internetkonzern offenbar einen Käufer für sein Soziales Netzwerk Bebo.com gefunden. Unbestätigten US-Meldungen zufolge soll es sich bei dem Käufer um die Investmentfirma Criterion Capital Partners handeln. Demnach liegt der Kaufpreis zwischen 2,5 und 10 Millionen Dollar. Damit deutet sich bei AOL das Ende eines teuren Missverständnisses an.

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Während das US-Branchenblog Paidcontent.org von Kaufpreis von 2,5 bis 5 Millionen Dollar ausgeht, rechnen die Experten von TechCrunch.com mit höchstens 10 Millionen Dollar. In jedem Fall ist der Erlös nur ein Bruchteil der 850 Millionen Dollar, die AOL noch vor zwei Jahren für Bebo.com gezahlt hatte. Ursprünglich sollte Bebo zusammen mit den Instant-Messaging-Diensten ICQ und dem AOL Instant Messenger zu einem schlagkräftigen Social-Web-Angebot ausgebaut werden. Allerdings hatte sich der hohe Kaufpreis nie ausgezahlt. Schon im April hatte AOL mitgeteilt, dass es zu teuer sei, Bebo.com profitabel zu machen. Bisher hat sich der Konzern noch nicht zum Kauf geäußert.
Unklar ist bisher, was der neue Käufer nun mit Bebo.com plant. Dem WallStreetJournal zufolge hat sich der Hedge Fonds Criterion Capital Partners auf die Sanierung kleinerer Unternehmen spezialisiert.
Bebo.com geriet in jüngster Zeit gegenüber dem weltweit größten Netzwerk Facebook immer stärker ins Hintertreffen und hatte allein im vergangenen Jahr rund 45 Prozent seiner Nutzer verloren. Im Februar kamen nur noch 12,8 Millionen Besucher auf der Seite, dagegen verbuchte der größte Konkurrent Facebook zur gleichen Zeit 462 Millionen Unique Visitors.
Dem weltweiten Sparprogramm waren im Januar schon die deutschen Büros des Onlinedienstes zum Opfer gefallen, im April trennte man sich vom Instant Messenger ICQ, der laut Medienberichten für knapp 188 Millionen Dollar an ein russisches Unternehmen verkauft wurde.

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