Trotz Protesten: Vuvuzelas bleiben erlaubt

Viel Lärm um ein Stück Plastik: Die Vuvuzela wird offenbar nicht verboten und damit bleibt auch der Tinnitus im Ohr der WM. Das FIFA Organisation-Komitee (OK) hat ein Verbot der Tröten in den Stadien ausgeschlossen. Die Folge: Die Protest-Stimmung nimmt zu. Die internationale Anti-Vuvuzela-Gruppe bei Facebook hatte am Montag bereits 130.000 Fans. Die Bild fordert via Unterschriftensammlung zum "Tröööt"-Verbot auf, und Spiegel Online widmet der Fan-Fanfare eine ganze Tehmenseite.

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Die weltweite Vuvuzela-Hass-Kampagne sorgte für eine Trotzreaktion in Südafrika. Die südafrikanische National-Mannschaft rief seine Fans nun auf, noch lauter zu tröten. Auch Rich Mkhondo, Sprecher des FIFA-Organisations-Komitees sprach sich für die Vuvuzela aus, weil sie die WM charakterisiert. DFB-Präsident Theo Zwanziger ermunterte die Fanz dazu, sich den Gepflogenheiten im Gastgeberland anzupassen und die Vuvuzela zu akzeptieren.

Der OK-Chef Danny Jordaan hatte in einem BBC-Interview am Wochenende  noch verlauten lassen, die Vuvuzelas verbieten zu wollen, wenn sie das Spiel gefährden würden. Dies sei aber nur auf den Fall bezogen gewesen, korrigierte das Komitee sich nun, dass die sie als Wurfgeschosse missbraucht worden wären. "Vuvuzelas werden nicht verboten", so OK-Sprecher Rich Mkhondo.

Während die Einen zu beschwichtigen versuchen, heizen die anderen den Tröten-Streit noch weiter an. Gewohnt lesernah, erhört  die Bild-Zeitung den Unmut des Volkes und ruft auf ihrer Homepage zum Vuvuzela-Boykott auf. "Jetzt bläst BILD der Tröte den Marsch – und fordert Tröööt-Verbot!." Plan ist es, die Unterschriften an FIFA-Präsident Sepp Blatter weiterzureichen.

Etwas ins Staunen kommt man als Bild-Leser aber wenn man einen Blick in den WM-Fan-Shop wirft. Dort wird der "Krachmacher" im Fan-Set inklusive Schminke und Deutschland-Fahne für 9.99 Euro an den Mann gebracht. Angepriesen wird das eigentlich so verhasste Stück Plastik als der "Sound Afrikas."

Spiegel Online widmet der Nerv-Tröte eine komplette Themen-Seite und scheint selber nicht so ganz zu glauben, dass sie "angeblich fester Bestandteil der afrikanischen Kultur ist."

Gegner hat die Tröte wirklich genug. Die Fernsehzuschauer, die Spieler, die Kommentatoren. Ohrenstöpsel names Vuvu-Stopp sind bereits ausverkauft. Unglaubliche 126.000 Fans hat die Anti-Vuvuzela-Seite bei Facebook mittlerweile. Der Unmut innerhalb der Gruppe ist deutlich und nicht zu übersehen. "Es klingt wie eine Mischung aus wütenden Elefanten und einem Bienenschwarm gepaart mit einem Nebelhorn." Zugleich betont man auf der Fan-Seite aber, dass keine rassistischen oder politischen Ambitionen durch den Protest zum Ausdruck gebracht werden. Zum WM-Start noch mit 4000 Fans gestartet, tauschen nun bereits 126.000 Fans ihre Nörgeleien über die Vuvuzela aus.
Man kann von der "Sense im Ohr" halten, was man will, das Gemecker darüber steht dem nervtötenden Gebrumme mittlerweile in nichts mehr nach.

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