Das Web diskutiert über Vuvuzelas

Zwei Tage wurden die TV-Zuschauer bei der Fußball-WM von dem Dauergetröte der Vuvuzelas genervt. Jetzt beschäftigt sich das Web mit der Tinnitus-Trompete. So hat ein gewiefter Blogger einen Vuvuzelas-Filter entwickelt, eine Facebook-Gruppe ist genervt und das Bildblog weist nach, dass die Bild zum einen Stimmung gegen den "Tröt-Wahnsinn" macht und zum anderem die Fan-Fanfaren selbst verkauft. Optisch am überzeugendsten bringt Sascha Lobo den Vuvuzela-Protest auf den Punkt.

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Zwei Tage wurden die TV-Zuschauer bei der Fußball-WM von dem Dauergetröte der Vuvuzelas genervt. Jetzt beschäftigt sich das Web mit der Tinnitus-Trompete. So hat ein gewiefter Blogger hat einen Vuvuzelas-Filter entwickelt, eine Facebook-Gruppe ist genervt und das Bildblog weist nach, dass die Bild zum einen Stimmung gegen den „Tröt-Wahnsinn“ macht und zum anderem die Fan-Fanfaren selbst verkauft. Optisch am überzeugendsten bringt Sascha Lobo den Vuvuzela-Protest auf den Punkt.

Lobo-Version des aktuellen Spiegel-Covers

Für seine Ablehnung benutzt der oftmals selbst als Lautsprecher bezeichnete Lobo  keine Tröte oder ähnliche Krawallinstrumente, sondern setzt auf einen ruhigen – rein visuellen – Protest. Der Berliner remixt dazu das aktuelle Spiegel-Cover. Anstatt Angela Merkel und Guido Westerwelle ist auf den Titelblatt des Nachrichtenmagazins nur noch eine Tröte zu sehen. Die Headline bleibt identisch. Sie besteht nur aus einem Wort: „Aufhören!“
Auch das Bildblog lässt bei seiner aktuellen Bild-Vuvuzela-Bloßstellung fast mehr Bilder als Worte sprechen. Unter einem Screenshot des samstäglichen Bild-Aufmachers „Trötwahnsinn bei der WM“ wurde effektvoll ein zweiter Screenshot montiert. Er zeigt eine Anzeige aus den Bild.de Shop für das „Fan-Set 3-teilig“. Laut Text biete es die „Grundausstattung für jeden Fußballfan: Schnell mit dem praktischen Schminkstift die drei entscheidenden Farben auf die Wangen aufgetragen, die Mega-XXL-Fahne umgehängt und kräftig in die Tröte geblasen. So weiß dann auch jeder: Jetzt geht`s los, jetzt geht`s los.“

Die Anzeige aus dem Bild.de-Shop

Überrascht haben dürfte der Lärm die Bild-Chefredaktion allerdings. Bereits während des Confed-Cups im vergangenen Sommer beschrieb Bild-Reporter Mathias Sonnenberg das Blasinstrument als „nervig“.
Natürlich kommt längst kein medialer Aufreger mehr ohne entsprechende Facebook-Seite daher. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass es auch die Gruppe „Vuvuzelas nerven!“ gibt. Irgendwie hat der Beschreibungstext einen seltsamen Beigeschmack. „Liebe afrikanische Fans, wir finden Bienen genauso toll wie ihr. Wir finden aber auch Fußball toll. Vor allem die WM begeistert uns. Die sonst gute Stimmung, die ihr vermittelt geht aber leider durch DIESE SCHEIß VUVUZELAS verloren.“ Innerhalb kurzer Zeit brachte es die Seite auf 3.205 Fans.
Die mit Abstand beste Lösung des Tröten-Problems liefert der Surfpoet Tube. Nach dem er den genauen Ton der Vuvuzela (Ais) bestimmt hat, verfasste er eine Anleitung, wie man genau dieses fiese Ais aus seiner Soundkarte rausfiltern kann. Die Lösung ist zumindest via Computer eine Fußball-Übertragung ohne Tinnitus-Effekt – aber auch fast komplett ohne Stadion-Atmosphäre.

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