15-Jähriger ist Deutschlands Top-Podcaster

Er war der heimliche Star der AMD10. Philipp Riederle, erst 15 Jahre alt und schon ein alter Hase im Geschäft. Der Schüler ist Deutschlands jüngster und erfolgreichster Podcaster. Mit inzwischen über 1 Million Zuschauern jährlich platziert sich sein Podcast "MeiniPhoneundIch" immer wieder vor ProSieben und RTL auf Platz 1 der iTunes Podcast Charts. Ein Gespräch über eingerostetes Mediendenken, Multitasking und die Chancen für Bewegtbild im Netz.

Anzeige

Philipp, was genau machst Du in Deinem Podcast?
Ich hab vor zwei Jahren meinen Videopodcast „MeiniPhoneundIch“ gestartet. Da geht es um das iPhone, Apps und Zubehör für das iPhone. Das entstand aus Eigeninitative. Ich hatte mich damals für das iPhone interessiert und im Web umgeschaut. Aber so, wie ich mir das vorgestellt hab, gab es nichts. Dann hab ich mir gedacht: Du drehst doch schon seit Deinem achten Lebensjahr Videos und schneidest sie selbst. Jetzt versuch ich es mal selber und mach das vielleicht besser als andere. So ist das entstanden und mit der Zeit auch gewachsen.

Sollte aus dem Hobby ein Job werden?
Ich hatte Glück, dass mein Podcast so erfolgreich geworden ist. Da bietet sich das natürlich auch an, dass man damit Geld verdient.

Reden wir mal über Zahlen. Wie viele User schauen Deinen Podcast?
Momentan erreiche ich Zuschauer im fünfstelligen Bereich pro Ausgabe. Davon leben kann man unter Umständen. Es kommt darauf an, wie man sein Geld verdient. Bei meinem Podcast war es bisher so, dass ich es aus eigener Tasche finanziert habe. Bei meinem neuen Projekt „Mein iPad und ich“ ist jetzt auch ein Sponsor ins Boot gekommen, über den ich mich refinanzieren kann. Aber ich verdien auch ohne Sponsoring mein Geld. Unternehmen schreiben Apps. Um die aber vernünftig im Social Web zu promoten, brauch man Video. So kommt es dann, dass ich ab und an für diese Unternehmen ein Promotion-Video produziere, in dem ich erkläre, was das Programm kann.

Was kostet Dich Dein Podcast?
Ich mach das umsonst. Das kostet mich ein wenig Fleiß und ein bisschen Aufwand. Natürlich brauche ich auch das passende Equipment.

Was nimmst Du als jüngster Teilnehmer von der AMD10 mit?
Mittlerweile geht es sehr gut voran. So vor zwei Jahren drehte sich alles noch viel zu sehr um Tausender-Kontakt-Preise und konventionelles Mediendenken. Mittlerweile scheint die Branche auf einen grünen Zweig und auf die richtige Bahn zu kommen.
Was würdest Du denn den Menschen mit auf den Weg geben?
Denkt nicht mehr so versteift. Lasst Euch auf das Medium Social Web ein. Nutzt die ganzen Vorzüge, die das Social Web bietet.

Wie nutzt Du denn selbst das Web/Web-TV?
Ich hab vor fünf, sechs Jahren das Web als Informationsmedium für mich entdeckt. Ich habe bestimmte Sachen gesucht und bin auf interessante Seiten gestoßen. So kam ich dann auch zu den ganzen Social Communities. Momentan nutze ich das Web in erster Linie für meine Produktionen und Social Networking. Aber auch, um Nachrichten zu konsumieren und mich zu bestimmten Themen schlau zu machen.

Woraus besteht Dein Equipment?
Das besteht aus einem selbst zusammengebastelten Studio. Aus HD-Kameratechnik und professioneller Audiotechnik. Man braucht einfach nahegehend professionelles Equipment, um ordentlich produzieren zu können.

Du hältst also nichts von den Flip-Kameras, mit denen man schnell und preiswert Videos drehen kann?
Das muss jeder für sich entscheiden. Zum Schluss kommt es ja nicht auf die Machart an. Die Inhalte entscheiden.

Vor fünf Jahren ist YouTube gestartet. Wo siehst Du Web-TV in fünf Jahren?
Ich gehe davon aus, dass sich der Markt fortbewegt vom Broadcast-Fernsehen in Richtung Video-on-Demand. Sodass die User die Inhalte abrufen können, die Sie interessieren, egal zu welcher Uhrzeit. Egal auf welchem Gerät.
Wo siehst Du Dich in fünf Jahren? Vor oder hinter der Kamera?
So festgelegt bin ich noch gar nicht. Natürlich möchte ich auch dann noch meinen Podcast betreiben. Ich kann mir auch durchaus vorstellen, in den Journalismus zu gehen und multimedial zu arbeiten. Vor und hinter der Kamera.
Letzte Frage: Wo schaust Du die WM? Online, offline?
Da hab ich mir noch gar keine Gedanken gemacht, weil ich überhaupt nicht fußballinteressiert bin. Ich lass das einfach auf mich zukommen.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige