Jahresbilanz: FAZ schrieb 2009 rote Zahlen

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung macht sich Hoffnung mit einem relativ freundlichen Ausblick auf das zweite Halbjahr 2010. Zwar hat die FAZ 2009 noch unterm Strich ein Minus von knapp 20 Mio. Euro erwirtschaftet - in diesem Jahr soll die Bilanz aber deutlich besser ausfallen. Grund sind Preiserhöhungen, eine Belebung am Anzeigenmarkt und die steigende Auflage der Sonntagszeitung. Die FAZ hat freilich den Vorteil, dass das Unternehmen nicht verschuldet ist und keine drängelnden Gesellschafter im Nacken hat.

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Die FAZ ist in der FAZIT-Stiftung organisiert, deren Hauptzweck darin besteht, die Zeitung herauszugeben und deren Unabhängigkeit zu garantieren. Das konservative Blatt aus Frankfurt hat keine verschuldeten Gesellschafter und keine zerstrittenen Familien-Eigentümer. Ein großer Vorteil in diesen Tagen. So kann sich Geschäftsführer Tobias Trevisan relativ ruhig ums Kerngeschäft kümmern. Im Jahr 2009 sanken die Umsätze der Zeitung um 18 Prozent auf 252,4 Mio. Euro. Am Ende stand ein Minus von 19,8 Mio. Euro.

Die FAZ-Verlagsgruppe, wozu noch die Märkische Druck- und Verlagsgesellschaft in Potsdam, die Medienservice GmbH, die MainCom Telemarketing Services, FAZ Electronic Media und das FAZ Institut für Management-, Markt- und Medieninformation dazugehören erwirtschaftete ein Minus von 20,5 Mio. Euro. Sorge bereitet der FAZ-Geschäftsführung nach eigenen Angaben die "Dumpingpreispolitik mancher geschwächter Verlage". Die massiven Anzeigenrückgänge im Stellenmarkt und der Wirtschaftswerbung konnten mittlerweile durch Sparmaßnahmen und höhere Vertriebs sowie Anzeigenpreise weitgehend ausgeglichen werden. Die Auflage der täglichen FAZ ist mit durchschnittlich knapp 370.000 Exemplaren stabil, die Auflage der Sonntagszeitung stieg um 3,2 Prozent auf über 345.000 Exemplare. Verglichen mit manchen anderen Tageszeitungen im In- und Ausland stehen die Frankfurter insgesamt sehr stabil in der Krise.

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