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Israelische Militärs verhaften FAZ-Reporter

Bei dem israelischen Angriff auf eine internationale Hilfsflotte im Mittelmeer waren angeblich 15 Journalisten an Bord, darunter auch ein deutscher Reporter der FAZ. Wie die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) berichtet, handelt es sich dabei um Mario Damolin, einen freien Mitarbeiter der Zeitung. Damolin soll nach FAZ-Informationen derzeit in einem Gefängnis in der israelischen Stadt Be'er Scheva sitzen, weil er sich geweigert habe, das Land nach dem Anschlag zu verlassen.

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Nach Informationen der FAZ sollen Mitarbeiter der deutschen Botschaft auf dem Weg zu Damolin sein. Damolin hatte für die Zeitung über die humanitäre Operation berichten wollen.
Wo sich die anderen 14 Berichterstatter – darunter unter anderem zwei Mitarbeiter von Al-Jazeera und zwei Mitarbeiter des australischen Murdoch-Blattes Sydney Morning Herald  – aufhalten, wurde indes nichts bekannt gegeben. ROG verurteilt die Militäraktion und fordert die israelischen Behörden dazu auf, die Öffentlichkeit über den Verbleib der Passagiere zu informieren sowie die Festgenommenen wie Damolin sofort freizulassen. Der Anschlag sei eine "unverhältnismäßige Reaktion", die die Berichterstatter "in große Gefahr gebracht" haben.
Zugleich forderte die Organisation den Reportern unbeschränkten Zugang zum Gazastreifen zu gewähren: "Die internationale Gemeinschaft benötigt präzise Informationen über die Lage im Palästinensischen Gebiet." Außerdem kritisierte ROG das Berichterstattungsverbot, das am Morgen nach dem Angriff verhängt wurde. Dies besagte, dass man nicht über die Toten und Verletzten informieren dürfe. Medienberichten zufolge wurden die Zensurbestimmungen erst gegen Mittag desselben Tages aufgehoben.
Die Flotte mit pro-palästinensischen Aktivisten und Journalisten an Bord transportierte Hilfsgüter für die Bevölkerung im blockierten Gazastreifen. Am Montag war das Schiff von einem israelischen Elitekommando attackiert worden. Mindestens neun Menschen wurden dabei getötet. Der Großteil der 700 Passagier wurde festgenommen, auch der schwedische Krimiautor Henning Mankell soll darunter sein, wie Spiegel Online berichtet.  

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