„Gesinnungskontrolle“ bei Journalisten

Eine Klage der Fotoreporterin Marily Stroux sorgt derzeit unter Journalisten für Aufsehen. Wie die taz vermeldet, wehrt sich die Journalistin mit ihrer Klage gegen eine "Gesinnungskontrolle" vor der Innenministerkonferenz in Hamburg.

Anzeige

Jeder Journalist, der von der Innenministerkonferenz (IMK) in Hamburg berichten will, musste sich nach Angaben der taz einer Gesinnungskontrolle unterziehen bevor er akkredidiert wurde.  

Die Sicherheitsprüfung für die IMK wurde von Bundes- und Landeskriminalämtern durchgeführt und der Journalist würde dieser mit seiner Unterschrift auf dem Akkreditierungsformular zustimmen. Dies diene laut des Artikels der taz dazu, die politische Haltung der Journalisten zu überprüfen.

Schon beim G8-Gipfel in Heiligendamm sei Marily Stroux die Anmeldung zur Veranstaltung verweigert worden. Angeblich hing dies unter anderem damit zusammen, dass sie 1986 einen Aufruf zum Erhalt der besetzten Häuser in der Hamburger Hafenstraße unterstützt habe. Damals war die Journalistin erfolgreich und das Berichterstattungsverbot der Sicherheitsbehörden musste zurückgezogen werden.
Die Bildjournalistin und ihre Anwältin rechnen sich gute Chancen aus, auch dieses Mal vor Gericht Erfolg zu haben. "Die Vorgaben sind absolut verfassungswidrig", so Stroux‘ Anwältin Gabriele Heinecke. 
Auch die deutsche Journalistenunion bewertet diesen Fall als "unverhältnismäßigen Eingriff in Pressefreiheit."

 
 

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige