Erster Test: die iPad-Apps der Verlage

Seit Donnerstagmorgen werden die ersten deutschen iPads an ihre Vorbesteller ausgeliefert. Zeitgleich landete auch die Spiegel-App in Apples App Store - mit einer multimedialen Aufbereitung der Spiegel-Inhalte will sie punkten. Ebenfalls schon erhältlich sind eine App der Tageszeitung Welt, der iKiosk von Axel Springer, eine App von Brand Eins und eine von Focus Online. MEEDIA hat sich die ersten deutschen Verlags-Apps für das iPad angeschaut und sagt, was sie taugen.

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Der Spiegel: Die iPad-App des Nachrichtenmagazins ist eine erweiterte Version der iPhone-App. So lassen sich wie auf dem Smartphone sämtliche Inhalte des Print-Spiegels lesen. Die Besonderheit der iPad-App: Einige größere Artikel werden durch multimediale Inhalte ergänzt. So gibt es zur aktuellen Beatles-Titelgeschichte beispielsweise ein kleines Video, das in einer knappen Minute ein paar Bilder aus der Beatles-Geschichte präsentiert – eine Art Trailer zur Titelgeschichte. Ähnliches gibt es bei dem Michael-Ballack-Stück. Direkt in der App abrufbar ist zudem eine Spiegel-TV-Reportage über den "Kampf um den Regenwald am Amazonas". So richtig überzeugend sind diese multimedialen Inhalte zwar noch nicht, die Spiegel-Macher werden sich in Zukunft aber sicher ein paar tolle Dinge einfallen lassen. Positiv ist die Verknüpfung der App-Inhalte mit passenden Artikeln bei Spiegel Online und die Navigation durch die verschiedenen Spiegel-Artikel am unteren Rand der App. Hier werden alle Artikel mit Fotos und kleinen Teasern angekündigt, der Nutzer kann sich so schnell einen Überblick verschaffen.

Die Welt: Einen interessanten Schritt geht die "HD"-App der Axel-Springer-Tageszeitung Die Welt. Anstatt die Inhalte der Print-Ausgabe einfach wiederzuveröffentlichen, gibt es über den gesamten Tag hinweg immer wieder eine neue "Ausgabe" der iPad-Zeitung. Die wird dann vom Server geladen und besteht aus aktuellen Artikeln aus allen Ressorts. Die Zeitung bleibt also immer halbwegs aktuell. Vom Layout her sieht die App aus wie eine Tageszeitung, inklusive der Darstellung der einzelnen Ressorts im Inhaltsverzeichnis als Zeitungsbücher. Die Bedienung der App ist sehr einfach und fast immer logisch. Ein paar mehr multimediale Inhalte hätten der Welt aber nicht geschadet: Derzeit besteht sie nur aus Texten und Fotos.

iKiosk: Wer die Original-Print-Ausgabe der Welt lesen möchte, kann das in Axel Springers iKiosk tun. Hier bietet der Konzern zahlreiche seiner Print-Produkte als PDF-Version an. So lassen sich derzeit Bild (inklusive aller Regional-Ausgaben), Die Welt, Welt kompakt, Welt am Sonntag, Berliner Morgenpost, Hamburger Abendblatt, Auto Bild, Sport Bild und Computer Bild lesen – und das bis Ende Juni für alle iPad-Neubesitzer kostenlos. Gegenüber der iPhone-App der Bild lässt sich das Boulevardblatt auf dem größeren iPad wesentlich einfacher lesen, ohne ständig Artikel vergrößern zu müssen. Der iKiosk bietet zwar keinerlei Multimedia-Inhalte, sondern nur die reinen Kopien der Print-Ausgaben, für die Leser der Zeitungen bzw. Zeitschriften ist die App aber eine praktische Sache.

brand eins: Einen ähnlichen Weg geht die App des Wirtschaftsmagazins brand eins. Auch hier lässt sich lediglich eine 1:1-Kopie des Print-Titels lesen – ohne Erweiterungen. Die Bedienung der App ist einfach und angesichts des ohnehin angenehm unaufgeregten Layouts des Magazins macht der Konsum auf dem iApp auch Spaß.

Focus Online: Eigentlich überflüssig ist die iPad-App von Focus Online. Schließlich lassen sich wegen des gegenüber dem iPhone deutlich größeren iPad-Bildschirms auch völlig normale Websites wie eben auch die von Focus Online mit dem Browser betrachten. Dennoch haben die Focus-Online-Macher ihre Inhalte noch einmal als App neu zusammengestellt. Praktisch ist dabei der Nachrichtenticker, der sich ganz oben durch die App zieht, sowie das Bereitstellen von Nicht-Flash-Videos. Letztlich bietet die eigentliche Focus-Online-Website aber einen schnelleren Überblick über das aktuelle Nachrichtengeschehen.

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