Scientific American: das perfekte Web-Mag

Das iPad steht kurz vor dem Verkaufsstart in Deutschland. Die meisten bisher bekannten Medien-Anwendungen für Apples Tablet, wie Brand Eins oder Die Welt, sind jedoch nach wie vor eher statisch und orientieren sich sehr eng an den Print-Vorlagen. Die US-Zeitschrift Scientific American zeigt anderen Verlagen, wie vorbildlicher Online-Journalismus funktionieren kann. Das Web-Special zu "Zwölf Ereignissen, die alles verändern" ist interaktiv, unterhaltsam und lehrreich. Idealer Content für iPad und Co.

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Eine Einschränkung gleich vorweg: Das Web-Special "12 Events that change everything" ist mit Adobes Flash-Technik programmiert. Das bedeutet, das Special läuft weder auf Apples iPhone noch auf dem iPad, die beide Flash nicht unterstützen. Allerdings wäre es auch möglich, ein solches Special ohne Flash zu programmieren. Hier soll es aber zunächst um die Inhalte und die Art der Aufbereitung gehen. Die Redaktion des populärwissenschaftlichen Magazins Scientific American hat sich zwölf Ereignisse herausgepickt, die das Potenzial hätten, den Lauf der Welt fundamental zu ändern.

Dazu gehört die Entdeckung außerirdischen Lebens, eine weltweite Pandemie, ein gewaltiger Asteroideneinschlag, das Klonen eines Menschen, das Abschmelzen der Polkappen oder das Schaffen von künstlicher Intelligenz. Keine grundsätzlich neuen Themen. Vieles hat man schon einmal gehört, gesehen oder gelesen. Es ist allein die Art der Zusammenstellung und der Aufbereitung, die die "12 Events" des Scientific American zu etwas Besonderem machen. Zu jedem "Event" gibt es einen kurzen Text und weitere Elemente. Das kann einmal eine interaktive Karte sein, die die Auswirkungen des Abschmelzens der Polkappen veranschaulicht. Oder die Macher haben Google Earth eingebunden und man kann auf bestehende Asteroidenkrater zoomen. Oder es gibt Video-Interviews mit Experten oder Diagramme, die zum Thema passen.

Dazu hat jeder Autor eines "Events" auf einer Farbskala markiert, für wie wahrscheinlich er es hält, dass das Event tatsächlich eintritt. Die Nutzer/Leser können nun ihrerseits über die Wahrscheinlichkeit abstimmen, ihre Wahl mit der Abstimmung der Community vergleichen und es gibt eine gesprochene Audio-Begründung des Autoren. All dies lässt sich traumhaft einfach navigieren und spielerisch erschließen. In Sachen Nutzerführung und Multimedialität ist das Special beispielhaft. Bisher sehen Medien-Anwendungen, gerade von Verlagen, eher so aus, dass man einen statischen Text plus Fotos bekommt – genauso wie in der Zeitung oder Zeitschrift, manchmal sogar im gleiche Layout. Das höchste der Gefühle ist dann meistens noch ein eingebundenes Video. Das Web-Special "12 Events" des Scientific American zeigt, dass mehr möglich ist. Wenn man nur will und die richtigen Ideen hat.
gefunden über den Twitter-Account von @renemartens

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