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Wie Steve Jobs 10 Mrd. $ entgingen

Es klingt wie ein schlechter Witz: Ausgerechnet der Apple-Gründer hat an der Börse gründlich danebengelegen – und das auch noch mit Apple-Aktien. Nicht weil Steve Jobs die Papiere zum falschen Zeitpunkt kaufte oder verkaufte. Sondern viel ärgerlicher: Weil er Optionen gegen Aktien tauschte – und das auf dem absoluten Tiefpunkt des Bärenmarktes 2003. Entgangener Gewinn im Höhenrausch der folgenden sieben Jahre: unfassbare 10 Milliarden Dollar.

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Es klingt wie ein schlechter Witz: Ausgerechnet der Apple-Gründer hat an der Börse gründlich danebengelegen – und das auch noch mit Apple-Aktien. Nicht weil Steve Jobs die Papiere zum falschen Zeitpunkt kaufte oder verkaufte. Sondern viel ärgerlicher: Weil er Optionen gegen Aktien tauschte – und das auf dem absoluten Tiefpunkt des Bärenmarktes 2003. Entgangener Gewinn im Höhenrausch der folgenden sieben Jahre: unfassbare 10 Milliarden Dollar.

Jeder Kleinanleger kennt das Spiel mit dem Konjunktiv: Hätte ich doch damals bloß etwas anderes gemacht – und nicht verkauft oder gekauft. Die Zeit kann bekanntlich ein gnadenloser Richter sein – wohl nirgends gilt das in so eklatanter Form wie an der Börse, so drastisch sind die Ausschläge zwischen und Bullen- und Bärenmarkt.

Umso tröstlicher für manchen Aktionär, dass auch selbst einer der reichsten Männer der Welt mit einer Anlageentscheidung einmal so richtig  danebengelegen hat – und so buchstäblich ein Vermögen hat liegen lassen. Passiert ist das niemand Geringerem als Steve Jobs, Apple-Gründer und seit 1997 zum zweiten Mal CEO des Unternehmens.

Apple-Aktie stürzte mit Internetwerten ab – und ebenso die Optionen

  
Seinerzeit erhielt Steve Jobs, der seit mehr als einem Jahrzehnt für einen symbolischen Betrag von 1 Dollar die Geschäfte bei Apple leitet, eine zusätzliche Vergütung in Aktien-Optionen – ein bei Technologie-Unternehmen sehr übliches Vorgehen, das Mitarbeiter langfristig bindet, da die Optionen im Erfolgsfalle ein Vielfaches wertvoller sein können als ein Jahresgehalt – zumindest, solange die Aktie steigt.

Das tat die Apple-Aktie seit Jobs’ Comeback 1997 auf der Höhe der Dot.com-Euphorie dann auch scheinbar mirakulös – von 3,5 auf 36 Dollar ging es bis 2000 splitbereinigt nach oben. Dann platzte die Internetblase, und auch Apple wurde mit Gewinneinbrüchen hart getroffen. Auf dem Tiefpunkt des dreijährigen Bärenmarktes im März 2003 wurden Apple-Aktien nur noch für 7 Dollar gehandelt. Aktien-Optionen für Mitarbeiter, die noch zu Höchstkursen ausgestellt wurden, waren weitgehend wertlos geworden – demoralisierend für Belegschaft und offenbar für den Chef selbst.

Fataler Tausch zu Tiefstkursen: Aktien gegen Optionen

Was tat der Apple-Aufsichtsrat seinerzeit, um den Corpsgeist wiederherzustellen?  Er bot Apple-Mitarbeitern, inklusive Steve Jobs selbst, einen Tausch der alten Optionen gegen neue mit einem weitaus kleineren Wandlungspreis an – oder direkt gegen Aktien. Doch Sicherheit hat bekanntlich ihren Preis: Bei nur noch 7 Dollar gewährte das Apple-Board natürlich entsprechend weniger Optionen als noch bei den damaligen Allzeithochs von 36 Dollar. Für Apple-Mitarbeiter in Krisenzeiten immer noch ein guter Deal, schließlich würde man profitieren, selbst wenn das Papier erst einmal gar nichts tun würde.

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Steve Jobs besaß seinerzeit 15 Millionen Optionen, die zu einem Kurs von 9,15 Dollar eingelöst werden konnten – und noch mal 40 Millionen Optionen, die ab einer Schwelle von 21,80 Dollar gewandelt werden konnten. 21,80 Dollar sahen in jenen grauen Märztagen 2003, als der zweite Irak-Krieg nur noch wenige Tage bevorstand und der Markt bereits seit drei Jahren nach seinem Boden suchte, verdammt weit weg aus – das muss sich wohl selbst der Berufsoptimist Steve Jobs gedacht haben und nickte das scheinbar großzügige Wandlungsangebot des Vorstands ab. Seinerzeit begründete Apple das Vorgehen auch damit, dass Jobs seine Optionen in Aktien getauscht habe, weil man den Options-Überhang in der Bilanz abbauen wollte. 

Die Apple-Optionen wären heute 10,3 Milliarden mehr wert

Wie auch immer: Rund sieben Jahre und zwei Monate später notiert die Apple-Aktie nicht mehr bei splitbereinigten 7, sondern bei 252 Dollar, leicht unter dem im April aufgestellten Allzeithoch bei 272 Dollar. Apple hat seit 2003 mit dem iPod die Musikindustrie revolutioniert, mit dem iPhone die Mobilfunkbranche aufgemischt und ist gerade dabei, mit dem iPad die Lesegewohnheiten im digitalen Zeitalter zu ändern. Mit einem Börsenwert von 230 Milliarden Dollar ist Apple das zweitwertvollste Technologie-Unternehmen dieser Tage – gerade mal 20 Milliarden Dollar fehlen noch zur Marktkapitalisierung von Microsoft.

Steve Jobs aber selbst fehlen mehr als 10 Milliarden Dollar, die er durch eine einfache Unterschrift buchstäblich verschenkt hat: Seine zig Millionen Optionen auf Apple-Aktien wären nämlich heute exakt 12,8 Milliarden Dollar wert, wie das US-Finanzportal Marketwatch vorrechnet. Nicht, dass wir uns Steve als unglücklichen Mann vorstellen müssen: Sein Aktienpaket ist heute rund 2,5 Milliarden Dollar wert – doch das sind immer noch 10,3 Milliarden weniger als die Optionen. Money that matters.  

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