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Google sieht Datenklau als Panne

Drei Jahre lang hat Google aus Versehen über 600 Gigabyte private Daten von Internetnutzern aus über 30 Ländern ausgelesen und gespeichert. Die Software des Kartendienstes Google Street View sammelte nach eigenen Angaben "ungewollt" die Daten-Fragmente von ungesicherten W-Lan-Netzen auf der ganzen Welt, darunter Teile von URLs und Emails. "Wir entschuldigen uns und sind entschlossen, unsere Lehren aus diesem Fehler zu ziehen", so Google-Entwicklungschef Alan Eustance im Unternehmens-Blog.

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Nicht zum ersten Mal entbrennt eine Datenschutz-Debatte um Google. Verbaucherschützer schlugen vor wenigen Wochen Alarm als bekannt wurde, dass Google Daten von privaten Funknetzen speicherte. In einem Blog-Eintrag vom 27. April hatte Google noch bekräftigt, dass es sich bei den bisher gesammelten Daten lediglich um den Netzwerk-Namen eines WLAN-Netzes handelt sowie die MAC-Adresse. So genannte Payload-Daten, also private Daten wie benutzte Internetadressen oder Inhalte von Emails, sammelte Google nach eigenen Angaben nicht.

Mittlerweile ist diese Information mit einem kleinen Sternchen versehen. Google hat in einem neuen Blog-Eintrag  klargestellt, dass es sich dabei um eine falsche Information handelt. Google selbst stellte fest, dass sich etwa 600 GB private Nutzdaten über drei Jahre hinweg angesammelt haben. Dies sei weder beabsichtigt noch wurden diese Daten für Google-Produkte benutzt, heißt es im Unternehmensblog.
"Unsere Street View-Autos sind ständig unterwegs. Man muss genau in dem Moment über ein ungesichertes W-Lan-Netz im Internet gewesen sein, wenn das Auto vorbeigefahren" Demnach seien nur Fragmente der privaten Daten gespeichert worden.

Nach eigenen Angaben ist das Problem darauf zurückzuführen, dass ein so genanntes "experimentelles WiFi-Projekt" von Google aus dem Jahr 2006 einen Code benutzte, der die gesamten Wlan-Daten auslesen und speichern konnte, also auch die besagten privaten Nutzdaten. Ein Jahr später nutzte man diesen Code scheinbar auch für die Software des Google Street View-Projekts. Von einem Vorsatz ist in diesem Fall nicht wirklich auszugehen. Es ist sicher nicht die Intention gewesen, dass diese Funktion bei Google Street View zum Einsatz kommt, dennoch stellt sich doch die Frage, warum wird eine solche Software entwickelt, wenn Google gar nicht beabsichtigt, diese Funktion zu nutzen?

Die Fahrten der Street View-Autos sind Google zu Folge vorerst eingestellt worden bis der Fehler behoben ist. Darüber hinaus werden alle unbeabsichtigt erfassten Daten von einem externen Prüfer untersucht und im Anschluss gelöscht. Des Weiteren werde man bei Google weitere Kontrollinstanzen einsetzen, damit so etwas nicht noch einmal geschehe. "Die Google-Mitarbeiter arbeiten hart daran, ihr Vertrauen zu gewinnen und wir sind uns darüber im Klaren, dass wir in diesem Fall versagt haben", so Google-Entwicklungschef Alan Eustance.

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