Next10: Social Media kommt im Alltag an

Nächste Konferenz in der Internet-Hauptstadt Berlin: Drei Wochen nach dem Klassentreffen der Blogger zog es die Internet-Gemeinde wieder in die Hauptstadt – diesmal jedoch gaben sich die "Gamechanger" der Branche ein Stelldichein. Aufbruchsstimmung wollte am ersten Tag der Internet-Konferenz von SinnerSchrader nicht aufkommen: Zu wenig Neues boten die sehr kurz gehaltenen Beiträge. Ein Ausrufezeichen setzte Scholz & Friends-Direktor Nico Lumma, der das Ende des Social Media-Zeitalters verkündete.

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Nächste Konferenz in der Internet-Hauptstadt Berlin: Drei Wochen nach dem Klassentreffen der Blogger zog  es die Internet-Gemeinde wieder in die Hauptstadt – diesmal jedoch gaben sich die „Gamechanger“  der Branche ein Stelldichein. Aufbruchsstimmung wollte am ersten Tag der Internet-Konferenz von SinnerSchrader nicht aufkommen: Zu wenig Neues boten die sehr kurz gehaltenen Beiträge. Ein Ausrufezeichen setzte Scholz & Friends-Direktor Nico Lumma, der das Ende des Social Media-Zeitalters verkündete.     

SinnerSchrader hat sich viel vorgenommen: Nach vier Jahren in Hamburg soll die Internet-Konferenz „next“ im neuen Jahrzehnt zu neuen Ufern aufbrechen. Das heißt: Nach Berlin. Das Signal ist klar: Die Hauptstadt ist jetzt Anlaufstelle für die Internetgemeinde, die Konferenzsprache ist erstmals Englisch, die „Gamechanger“ sollen über die „ die dynamische App Economy“ referieren und darüber diskutieren, wie die derzeit boomenden mobilen Anwendungen die digitalen Strategien von Unternehmen beeinflussen.

Die Latte wurde merklich angehoben, nicht jedoch das Niveau. Im Gegenteil: Glamour strahlt die Location an der Luckenwalder Str. nicht gerade aus: Die „Station Berlin“, ein umgebauter Postbahnhof,  zeichnet eher Retro-Charme als Postmoderne aus – das ist der erste Eindruck. Der zweite: Die Halle wirkt überdimensioniert. Hatte SinnerSchrader  heimlich mit 2000 Gästen als den tatsächlichen 1200 gerechnet? "I liked the Hamburg location better than this "Open Space", twittert eine Besucherin dann auch schon in der Konferenzsprache.

Ausrufezeichen-Lumma: "Nico beerdigt gerade "Social Media"

All das sind nur Oberflächlichkeiten, doch sie bestätigen im Kern das, was sich am ersten Tag inhaltlich abspielt: Das Konzept stimmt nicht so recht. 10 bis maximal 20 Minuten Vortragszeit haben die insgesamt 100 Sprecher, die so gehetzt nur Gedanken anreisen können, die in der Branche zumeist nicht neu sind – Rhetorik-Häppchen für die 140 Zeichen-Kultur.

Hängen bleiben dabei am ersten Tag vor allem die Bonmots von Scholz & Friends-Social Media-Direktor Nico Lumma, der dann auch das Ende des Social Media-Zeitalters erklären will – ganz einfach, weil sie Normalität in der Kommunikationsbranche wird. "Nico beerdigt gerade "Social Media" auf der next10", fasst ein Besucher via Twitter die Essenz des Lumma-Vortrags zusammen.

Dann ist da noch der früher Wired-Gründer Louis Rossetto, der heute mit seinem Start-up Tcho die Premium-Schokolade herstellt und die Produktion digital revolutionieren will. Oder etwa der Pirate-Bay-Gründer Peter Sunde, der die Microsponsoring-Plattform "Flattr" vorstellt.

Tilo Bonow: „Es gibt wenig revolutionär Neues“

Das war es dann auch schon fast. Ernüchterung macht sich unter den Besuchern breit, die angerissenen Ideen zersplittern schnell, der Elavatorpitch fliegt am Publikum vorbei wie Tweets in der Timeline. Vor allem mangelt es jedoch an etwa anderem: „Die Aufbruchsstimmung fehlt diesmal“, meint einer Teilnehmer. Tilo Bonow von der auf Social Media spezialisierten PR-Agentur Piabo erklärt unterdessen gegenüber MEEDIA: „Es gibt wenig revolutionär Neues. Vieles ist in den letzten 12 Monaten auf Konferenzen schon gesagt worden. Der persönliche Austausch mit Unternehmen und Gründern trägt aber dazu bei, den Praxisbezug zu bekommen – den Proof of Concept.“

Keine Frage: Das Networking kommt bei der Next nicht kurz: Auch nach Mitternacht ist die Halle bei der offiziellen Konferenz-Party immer noch gut besucht. Die Vernetzung ist jedoch teuer bezahlt: 940 Euro kostet das 2-Tagesticket. Kommerziell dürfte sich das Branchenevent für den Dot.com-Pionier SinnerSchrader, der um die Jahrtausendewende als eine der ersten Online-Agenturen am Neuen Markt debütierte, gelohnt haben. 

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