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„Journalismus hat eine glänzende Zukunft“

Mit "ausschließlich guten Nachrichten" meldete sich Springer-CEO Mathias Döpfner beim Conference Call am Dienstagmorgen. Der 47-Jährige referierte die bereits bekannten eindrucksvollen Zahlen des Unternehmens im ersten Quartal, äußerte sich zum boomenden Digitalgeschäft, erklärte, warum das Aust-Magazin bei Springer keine Chance bekommt. Und auch in eigener Sache hatte Döpfner auf Nachfrage eine interessante News parat: Am Konzern hält er 396.500 Aktien, oder 1,2 Prozent. Oder 32 Millionen Euro.

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"Nie zuvor hat Axel Springer in einem ersten Quartal 119 Millionen Euro verdient", zog der Vorstandschef Bilanz. Dieser Rekordwert spiegele "die operative Ertragskraft des Unternehmens. Renditen um 21 Prozent bei den Zeitschriften und 27 Prozent bei den Zeitungen bewegen sich dabei auf einem Niveau, das sich von der Krise nicht hat erschüttern lassen. Gleichzeitig sah Döpfner Anzeichen dafür, dass sich "die Gesamtstimmung aufgehellt hat" und dass "die Talsohle durchschritten" sein könnte. Festlegen wollte er sich angesichts der jüngsten Euro-Turbulenzen allerdings nicht: "Selbst für die nächsten drei Monate kann ich keine verbindliche Prognose abgeben."
Äußerst zufrieden zeigte sich Döpfner mit dem crossmedialen Geschäftsmodell des Verlags, welches seit Jahren konsequent voran getrieben werde. Der Anteil des Digital-Business liege bereits bei 25 Prozent, man sei zuversichtlich, dass dieser Anteil in wenigen Jahren auf 50 Prozent gesteigert werden könne. Mit Genugtuung betonte er, dass Bild.de den langjährigen Marktführer Spiegel Online "in allen Kategorien" als Nummer eins abgelöst habe. Gleichwohl setze der Konzern weiterhin entschieden auch auf Gedrucktes: "Jeder Abgesang auf das Printgeschäft ist falsch." Wichtig sei es, die verschiedenen Kanäle zu bespielen und weiter zu entwickeln: "Unser Geschäft ist Journalismus, und Journalismus hat eine glänzende Zukunft."
Dieser Optimismus gilt fürs Ganze, offenkundig aber nicht für jedes Projekt. Mit Spannung war erwartet worden, wie Döpfner den Flirt seines Hauses mit dem von Stefan Aust entwickelten Magazin-Konzepts und dessen abruptes Ende begründen würde. "Wir waren sehr überzeugt und angetan", so der Vorstandsvorsitzende über die Präsentation durch den Ex-Spiegel-Chefredakteur und die WAZ, "vor allem von dem multimedialen Ansatz" und der "redaktionellen Qualität". Die Woche, so der Arbeitstitel, sei "weit mehr als ein Printobjekt" gewesen: "Das hat uns fasziniert." In der "sehr kurzen Zeit" von nur zwei Wochen sei der Business-Plan evaluiert und die "tatsächlichen Vermarktungspotenziale" abgeschätzt worden. Diese Prüfung sei dann klar negativ ausgefallen. Döpfner: "Publizistischer Mut und publizistische Leidenschaft müssen eine wirtschaftliche Perspektive haben, und die haben wir hier nicht gesehen."

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