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Bis 814 Euro: Apple lässt’s beim iPad krachen

Teuer, teurer, Apple: So kommt vielen die Bepreisung des Tablet-Macs vor. Höher als erwartet sind die Deutschlandpreise des iPads ausgefallen, das am 28. Mai in die Läden kommt. Ab Montag können Bestellungen aufgegeben werden: Bis zu 814 Euro kostet das iPad. Grund für den krummen Preis angeblich: die neue Urheberrechtsabgabe. Verwirrung dagegen beim Einstiegspreis: Hieß es am Abend, das günstigste iPad koste 514 Euro, korrigierte sich Apple in der Nacht: die !6 GB-W-Lan-Variante gibt es für 499 Euro.

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Teuer, teurer, Apple: So kommt vielen die Bepreisung des Tablet-Macs vor. Höher als erwartet sind die Deutschlandpreise des iPads ausgefallen, das am 28. Mai in die Läden kommt. Ab Montag können Bestellungen aufgegeben werden: Bis zu 814 Euro kostet das iPad. Grund für den krummen Preis angeblich: die neue Urheberrechtsabgabe. Verwirrung dagegen beim Einstiegspreis: Hieß es am Abend, das günstigste iPad koste 514 Euro, korrigierte sich Apple in der Nacht: die !6 GB-W-Lan-Variante gibt es für 499 Euro.
Grund für die abrupte Korrektur war offensichtlich die mangelnde Kenntnis der Details der Urheberrechtsabgabe beim US-Konzern. Denn diese wird nach den Richtlinien der GEMA erst ab einer Speichergröße von 40 Gigabyte erhoben. Damit fallen die iPads in den Ausführungen mit 16 und 32 GB nicht darunter. Teuer wird’s trotzdem, und auch die Flatrate bei 3G-Modellen wird heftig mit bis zu 29,95 Euro bepreist. Überraschung hier: die Telekom ist bislang (noch) nicht unter den Providern.
Aber der Reihe nach: Seit Freitagabend ist klar, wann das iPad auch außerhalb der USA erhältlich sein wird – nämlich ab Freitag, dem 28. Mai, in weniger als drei Wochen also. Vorbestellungen können ab morgen aufgegeben werden. Neben Deutschland wird das Apple-Tablet, das allein in der Wifi-Variante in den USA in 28 Tagen bereits über eine Million Mal über die Ladentische ging, Ende Mai dann auch in Australien, Frankreich, Kanada, Italien, Japan, Spanien, der Schweiz und in Großbritannien.

Doch nirgends ist das iPad teurer als bei uns. Stolze 814 Euro müssen Apple-Fans nämlich für die größte Version mit 3G und 64 GB Speicher berappen. 100 Euro günstiger ist die reine WLAN-Version mit 64 GB. Das Einstiegsmodell ohne 3G ist für 514 Euro zu erwerben, bietet aber mit seinem 16 GB-Speicherplatz weniger als die derzeit beim iPhone gängige Version. Zum Vergleich: In den USA kosten die beiden teuersten Modelle 829 und 699 Dollar und sind somit nach Währungsumrechnung augenscheinlich günstiger.

Höhere Mehrwertsteuer, Urheberrechtsabgabe verteuern iPad

Woher kommt also der Preissprung? Einerseits ist da die Sache mit der Steuer. Während die deutschen Preise die mit 19 Prozent deutlich höhere Mehrwertsteuer als in den USA bereits einrechnen, wird die beim Kauf in den USA bekanntermaßen noch auf den Nettopreis aufgeschlagen. Anhand des amerikanischen Apple-Stores lässt sich das Rechenexempel spaßeshalber durchspielen: Für Käufer in New York kommen etwa noch einmal rund 73 Dollar drauf – der Preis wird hier mit rund 902 Dollar angegeben.

Dann ist da die Sache mit der gerade erst Ende Februar 2010 neu eingeführten Urheberrechtsabgabe, die für elektronische Gerät an die Verwertungsgesellschaften abzuführen ist – genau sind es 15,1875 Euro. Ob das iPad in die Klassifikation "PC ohne Brenner" fällt, ist zwar fraglich, die Zwangsabgabe steht aber. Deswegen kostet das iPad in Deutschland 15 Euro mehr als in Frankreich, wo es für 799 Euro in der größten 3G-Version zu haben ist. "Eure Regierung ist schuld", soll Steve Jobs in einer seiner bekannten Kurzmails einem Leser des deutschen Mac-Blogs "fscklog" geantwortet haben.

Überraschung in der Nacht: Die kleineren iPad-Versionen – die Modelle 16 und 32 GB – sind entgegen Apples Preis-Ankündigung vom Freitag sowohl in der WLAN- als auch 3G-Version offenbar von der Urheberrechtsabgabe befreit und werden ohne den 15-Euro-Aufschlag angeboten: nämlich zwischen 499 und 699 Euro.

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Euro-Crash kommt deutsche iPad-Käufer teuer zu stehen

Und schließlich schlagen unmittelbar vor dem Deutschlandstart die Turbulenzen auf den Finanzmärkten auf die Bepreisung durch. Der Euro-Crash kommt iPad-Käufer in Deutschland teuer zu stehen: Um in der Spitze 8 Cent verlor die europäische Gemeinschaftswährung allein in der vergangenen Woche: Der US-Preis von 799 Dollar schwankt in der Umrechnung so allein um bis zu 30 Euro. Das dürfte die am Freitag abweichenden Preise erklären.    

Doch selbst inklusive höherer Mehrwertsteuer, der zusätzlichen Urheberrechtsabgabe und des jüngsten Euro-Kursrutsches zahlen deutsche iPad-Käufer drauf. Nach der aktuellsten Euro-Notierung oberhalb von 1,28 Dollar müsste die größte iPad-Version in der Umrechnung eigentlich weniger kosten: 

624 Euro (Euro-Kurs = 1,28 Dollar) + 122 Euro (19 % Mehrwertsteuer) +  15 Euro (Urheberrechtsabgabe) = 761 Euro.

Neu ist das jedoch nicht: Europäische Apple-Käufer mussten schon immer etwas mehr für ihre Geräte berappen. Und wer das iPad wie einen vollwertigen Laptop mit Tastatur nutzen will, muss für das iPad-Dock 69 Euro extra zahlen, einen Connector für die nicht integrierte Kamera gibt es für 29 Euro Zuzahlung.
Hinzu kommt allerdings für alle, die das 3G-Modell gegenüber der WLan-Variante bevorzugen, ein ordentlicher monatlicher Zuschlag für die Internetnutzung. Am Sonntagabend wurden erste Preise der Provider bekannt. So bietet Vodafone einen auf 200 MB Downloadvolumen limitierten Tarif für 19,95 Euro an, die Flatrate kostet gar 29,95 Euro. Bei O2 gibt es nach ersten Meldungen die 200 MB-Einsteigervariante für 10 Euro. 1 GB kosten 15 Euro, die Flat 25 Euro. Überraschung: Von der Telekom lagen am Abend zunächst keine Preise vor – vielleicht folgen die ja am heutigen Montag.

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