MEEDIA-Kritik: „Die perfekte Minute“

Nach gut fünf Jahren ist Ulla Kock am Brink wieder in einer regelmäßigen Show zu sehen: In "Die perfekte Minute" begleitet sie Kandidaten, die im Studio mit kleinen Geschlichkeitsspielen bis zu 250.000 Euro gewinnen können oder ohne Gewinn nach Hause gehen. Kommt die neue Show auf dem schwierigen Sendeplatz an und rettet den Sat.1-Freitagabend? Oder ist sie langweilig und geht schnell wieder unter? MEEDIA hat sich die Premierenausgabe angesehen und sagt, wie es war.

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"Die perfekte Minute" ist nicht nur eine Art Comeback für Ulla Kock am Brink als Spielshow-Moderatorin, die Sendung ist zudem das Debüt der ambitionierten neuen Produktionsfirma Shine Germany, einem Ableger der britischen Produktionsfirma Shine der Rupert-Murdoch-Tochter Elisabeth. Zunächst fünf Wochen lang wird die Show versuchen, den Freitagabend zu beleben, den Abend also, der bei Sat.1 in den vergangenen Monaten bzw. Jahren viel zu wenige Hits gesehen hat.

In der Show tritt jeweils ein Kandidat an, der kleine Geschicklichkeitsaufgaben lösen muss. Gewinnt er das Spiel, rückt er auf einer "Wer wird Millionär?"-ähnlichen Leiter eine Stufe nach oben. Nach fünf gewonnen Spielen hat er 25.000 Euro sicher, gewinnt er alle zehn Aufgaben, geht er mit 250.000 Euro nach Hause. Wie bei "WWM" kann er aber auf der Gewinnleiter auch nach unten fallen, wenn er seine drei Leben aufgebraucht hat. Der Spieler bekommt statt Jokern nämlich drei Leben, kann sich also zwei Fehlversuche während der Spiele leisten.

Die zu absolvierenden Spielchen kennt der Kandidat, er konnte sie allesamt zu Hause üben. Welche konkreten Aufgaben in der Sendung dann aber drankommen, weiß er nicht. Durch dieses Prinzip kann er im Fernsehen zwar mit kuriosen Leistungen glänzen, ist aber nie sicher genug, um alles zu schaffen. Spiele der ersten Show waren beispielsweise das Stapeln von Doppelkeksen auf der Stirn, eine Art Rennen auf einer Badematte sitzend, das Transportieren von zwischen die Knie geklemmten Orangen und das zielgenaue Ausrollen von Klopapierrollen.

Zunächst plätscherte "Die perfekte Minute" etwas zu sehr vor sich hin. Ulla Kock am Brink moderierte die Show solide wie in alten Zeiten weg, doch der Funke sprang nicht so recht über, die Spielchen waren oftmals zu unspektakulär. Die Länge von zwei Stunden schien schon nach der Hälfte der Show viel zu lang. Beim zweiten Kandidaten der Sendung, Sandro, blitzte dann aber doch das auf, was eine solche Show braucht: Spannung und Faszination. Insbesondere als der Vater zweier Kinder in wirklich allerletzter Sekunde ein Ei mit Hilfe von einer Prise Salz auf einer Glühbirne platzierte, schwappte die Begeisterung in die Wohnzimmer.

Diese Momente zeigen aber auch, was am Konzept der "perfekten Minute" heikel ist. Denn: Ist der Kandidat langweilig, springt für eine viel zu lange Zeit kein Funke über. Spannender wäre "Die perfekte Minute" sicher, wenn mehrere Kandidaten in einem Wettbewerb gegeneinander antreten würden. So ist die neue Sat.1-Show zwar solide Freitagabendunterhaltung, allerdings ohne Einschaltpflicht, eine Art "Schlag den Raab" ohne Raab. Und ohne Schlag.

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