Milliarden-Deal: Hewlett-Packard kauft Palm

Smartphone-Riese zum Schnäppchenpreis: Für 1,2 Milliarden Dollar lässt sich der angeschlagene Handy-Hersteller Palm von Hewlett-Packard (HP) übernehmen. Darauf hätten sich die beiden Verwaltungsräte geeinigt, teilten die Konzerne in einer gemeinsamen Erklärung am Mittwoch mit. HP will sich mit dem Kauf stärker im Markt für kleine, mobile Geräte positionieren und hat es vor allem auf das innovative Handy-Betriebssystem abgesehen.

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Mit dem Kauf von Palm will sich Hewlett-Packard stärker auf dem boomenden Smartphone-Markt positionieren. "HP will zu einer der führenden Kräfte in diesem Markt werden", sagte der HP-Verantwortliche Todd Bradley, "der Smartphone-Markt ist groß, gewinnträchtig und schnell wachsend". Analysten rechnen damit, dass bis zum Jahr 2012 die Anzahl der verkauften Smartphones in den USA den Absatz der PCs übertreffen wird.
Der weltweit größte Computerhersteller hat es vor allem auf das Handy-Betriebssystem webOS abgesehen. "Palms innovatives Betriebssystem ist die ideale Plattform, um HPs mobile Strategie auszuweiten", wird Bradley zitiert, der mit der Übernahme auf den Markt kleiner, mobiler Geräte drängen will.
Palm hatte erst vor kurzem die beiden neuen Smartphone-Modelle Pre Plus und Pixi Plus vorgestellt. Doch der einstige Vorreiter konnte sich gegenüber Wettbewerbern wie Aplpes iPhone oder dem Blackberry von Research in Motion (RIM) aber immer weniger durchsetzen.
Das Unternehmen hat große Absatzprobleme und verbucht seit elf Quartalen Verluste: Im dritten Quartal 2009 verkaufte Palm 400.000 Geräte seines Models Pre, Apple hingegen über 8 Millionen iPhones.
Palm wurde schon länger als Übernahmekandidat gehandelt, für das Unternehmen sollen sich neben Microsoft, Dell und Nokia auch der chinesische Computerhersteller Lenovo und ein Unternehmen aus Taiwan interessiert haben.
Der bisherige Palm-CEO Jon Rubinstein soll seinen Posten behalten. Er war erst vor drei Jahren vom Konkurrenten Apple gekommen, wo er für die Entwicklung des Verkaufsschlagers iPod verantwortlich war.

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