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Wikileaks: Soldaten entschuldigen sich

Zwei US-Soldaten, von denen einer an dem von Wikileaks veröffentlichten "Collateral Murder"-Vorfall im Juli 2007 beteiligt war, entschuldigten sich in einem offenen Brief bei den Opfern. MonthlyReview.org hat das Schreiben veröffentlicht.

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Gerichtet ist der offene Brief an die Betroffenen des US-Angriffs selber, deren Familienmitglieder und Freunde. Josh Steeber und Ethan McCord, beide ehemalige Soldaten der US-Army, entschuldigen sich darin "bei all denen, die bei dem Angriff verletzt worden sind oder geliebte Menschen dadurch verloren haben." Beide seien sich der Tatsache bewusst, dass diese Entschuldigung nie die erlittenen Verluste wieder gutmachen könne.
Ethan McCord sei bei dem Angriff am Boden gewesen und habe beim Anblick der verletzten Kinder die Gesichter seiner eigenen Kinder vor Augen gehabt, heißt es weiter in dem Schreiben. Josh Steeber sei bei dem eigentlichen Angriff nicht beteiligt gewesen, habe aber in seiner Zeit in Bagdad ähnliche Situationen erlebt.
Zwar gäbe es kein Zurück, dennoch hätten die beiden Soldaten wichtige Lehren aus den Vorfällen gezogen: "Wir Amerikaner müssen realisieren, was wir euch (den Menschen im Irak) angetan haben und noch immer antun. Wie können wir nur wieder gut machen, die wir angerichtet haben?"
Des Weiteren beschreiben die beiden ehemaligen Soldaten diesen Vorfall keineswegs als Ausnahme: "Solche Situationen sind alltäglich. Das ist die Art und Weise, wie von Amerika geführte Kriege in dieser Region ausgetragen werden."
Beide Männer erkennen ihre Schuld an den besagten Geschehissen an. "Viel zu oft haben wir kaltherzig gehandelt (…) Unsere Regierung mag euch ignorieren, weil sie besorgt sind um ihr Image. Ebenso, wie sie viele Veteranen ignoriert haben, die körperlich und psychisch beeinträchtigt sind wegen dem, was sie gesehen und getan haben."
Josh Steeber und Ethan McCord beenden ihren Entschuldigungsbrief mit dem Versprechen, sich zukünftig gegen den Krieg auszusprechen. 
Bei dem Angriff im Juli 2007 kamen über ein dutzend Menschen ums Leben, darunter zwei Reuters-Journalisten. Wikileaks hatte kürzlich ein Video über den Vorfall veröffentlicht.

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