Fürstner übt Kritik an Grosso-Prozess

Nach dem Beschluss des Landgerichts Hamburg im Prozess um den Streit zwischen der Bauer Media Group und dem Presse-Grosso hat VDZ-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Fürstner deutliche Kritik am Umgangsstil der Beteiligten geäußert. Auf Anfrage von MEEDIA erklärte Fürstner am Mittwoch: "Dass die Auseinandersetzung zwischen Bauer und dem Grosso-Verband heute vor dem Gericht ausgetragen werden musste, ist unabhängig vom Ausgang in der Sache bedauerlich."

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Zur Begründung sagte der Chefmanager des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger: "Es bestätigt sich einmal mehr, dass gerichtliche Auseinandersetzungen zwischen Marktpartnern der falsche Weg sind, um Interessenkonflikte zu lösen. Wenn die Marktpartner ihre Verantwortung für den Erhalt und den Ausbau des sensiblen Pressevertriebssystems ernst meinen, ist das vorrangige Gebot, das wechselseitige Vertrauen zu stärken, statt Hilfe bei Gerichten und Politik zu suchen. Manche schmerzliche Niederlage hätte bei Anwendung dieser Regel vermieden werden können."
Fürstner bezog sich damit auf einen am Morgen ergangenen Beschluss des Gerichtes, wonach eine Einstweilige Verfügung seitens Bauer gegen eine Verlautbarung des Grosso-Verbandes bestätigt worden war. In der Pressemitteilung aus dem März hatte der Bundesverband behauptet, ihm lägen Informationen vor, nach denen die Bauer Vertriebs KG "mindestens in einem Fall die Rückgabe des seit März 2009 laufenden Eigenvertriebs in Elmshorn und Stade an selbstständige Presse-Grossisten von der Zahlung einer sechsstelligen Summe an die Konzerntochter PVN abhängig gemacht habe".
Ein Vergleichsvorschlag des Gerichts war zuvor gescheitert.

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