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Staatsanwaltschaft stellt Titanic-Verfahren ein

Strafanträge abgeschmettert: Das aktuelle Titanic-Cover ist nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main kein Fall für die Justiz. Wie Welt Online berichtet, lehnten die Anwälte die 18 Anzeigen ab, die wegen "Volksverhetzung" und "Beschimpfung von Bekenntnissen" eingegangen waren. Die Behörde erkannte in dem Titelblatt eine Satire. "Der öffentliche Frieden wird durch die Zeichnung nicht gestört, da dieser durch den Missbrauchsskandal bereits gestört worden ist", wird eine Sprecherin zitiert.

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Auf dem gemalten April-Cover ist zu sehen, wie ein katholischer Priester vor einem Kruzifix steht – allerdings aus besonderer Perspektive: Den Priester sieht man nur von hinten; sein Gesicht ist in Höhe des Genitalbereichs der Plastik angeordnet. Die Jesus-Figur hat einen erröteten Kopf und blutet aus den Wunden:  "Kirche heute" lautet der Titel. Es ist eine satirische Andeutung auf den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche.
Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass Satire von Verzerrung und Übertreibung lebe. Da die Institution Kirche und damit keine Gruppe kritisiert werde, wäre der Vorwurf der "Volksverhetzung" nicht haltbar. Es gehe bei der Darstellung um das Versagen der Kirche, die durch Zitate von Geistlichen belegt würden.
Beim Deutschen Presserat sind nach Angaben von Welt Online mittlerweile 157 Beschwerden eingegangen. Die Beschwerdeführer sehen in dem Cover eine Verletzung der Ehre (Presseziffer 9) und der religiösen, weltanschaulichen und sittlichen Überzeugungen (Presseziffer 10) sowie eine Diskriminierung von Anhängern einer religiösen Gruppe (Presseziffer 12).  Am 27. Mai soll sich Ausschuss mit dem Fall beschäftigen.

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