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Neustart: Garms ist auf den Trip gekommen

"Rebellisch, mutig, ehrlich": Das ist das Motto der deutschen Lizenzausgabe der brasilianischen Zeitschrift Trip, mit der Ex-Chefredakteur Thomas Garms (u.a. Hörzu, Welt am Sonntag, Men's Health) sein Debüt als Verleger gibt. Am 29. April kommt das Hochglanzmagazin mit einer Startauflage von 100.000 Exemplaren in den deutschen Handel und soll vor allem Männer ansprechen. Trotz der authentischen Ansage setzt der 52-Jährige bei seinem Erstlings-Cover auf einen bewährten Verkäufer: Sex sells.

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Das Schwerpunktthema der ersten Ausgabe lautet "Obsessionen", anmutig bebildert mit einem hüllenlosen Model. Auf 34 Seiten wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet, was Männer und Frauen antreibt – Sex natürlich inklusive. Ein Porträt widmet sich Ecstasy-Erfinder Sasha Shulgin, der sein Leben dem Experimentieren mit Drogen verschrieben hat. Ein anderer Artikel handelt von Frauen, die davon besessen sind, im Akkord mit so vielen Männern wie möglich zu schlafen um maximale sexuelle Erfüllung finden. Trip stellt die Frage, warum der Gangbang mit 35 Männern Spaß macht und wirft einen Blick in diese "sonderbare Welt". Ein Insider-Stück beweist, dass auch Fußball zur Obsession werden kann – wie der Kult um den FC St. Pauli zeigt, dessen "echte Geschichte" mal wieder neu erzählt wird.

"Ich sehe in Deutschland keine Zeitschrift, die glaubwürdig widerspiegelt, was in Männern wirklich vor sich geht. Die bestehenden Lifestyle- und Männermagazine zeigen fast ausschließlich eine perfekt inszenierte Parallelwelt, die mit dem realen Leben kaum etwas zu tun hat", so Garms im Februar über sein neues Heft.
Die Zeitschrift Trip wurde 1986 in Brasilien gegründet. Die Marke steht dort für ein multimedial angelegtes Informations- und Unterhaltungsangebot mit Radio-Shows, CDs, Internet, Apps, sowie sozialen Projekten und einem Award für "Veränderer". Trip gilt nach eigenen Angaben als das meinungsbildende Magazin der jungen Generation in Brasilien.
Das Motto der brasilianischen Trip laut Pressemitteilung: "Es zählen die gelebten Erfahrungen. Für die Wirklichkeit gibt es keinen Ersatz. Die Welt wird erst dann verständlich, wenn wir uns mit den wahren Zusammenhängen auseinandersetzen und an unsere eigenen Bruchstellen heranwagen."

Im Zeitschriftenregal sah Garms während der Entwicklungsphase seinen Titel eher neben Neon, Cicero oder 11 Freunde und weniger neben FHM & Co. Ein Anspruch, den das Cover nicht so ganz einlöst. Allerdings hatte Garms auch stets betont, in seinem Magazin werde es auch Erotikstrecken geben. Dabei solle aber auf "schwülstige Dekorationen" verzichtet werden. Trip solle mit Natürlichkeit die "erotische Attitüde" vermitteln.
Garms war bei dem Projekt von Anfang an klar, dass Männerzeitschriften ein schwieriges Marktsegment sind und dass er ohne einen Großverlag im Rücken ein hohes Risiko eingeht. Aber er glaubt, den Schlüssel für den Erfolg zu kennen. Ihn bewegt die Frage, "wie sich Männer verändert haben, welche Werte und Ziele sie haben." Er ist überzeugt: "Zeitschriften müssen für die Zukunft mehr denn je in sich glaubhaft Lebenswelten und Stimmungen transportieren, um erfolgreich zu sein."
Deshalb soll Trip anstelle der "perfekt inszenierten Parallelwelt" der klassischen Männer-Mags einen "Real Life"-Journalismus entgegen setzen. Getreu des Titels soll das Magazin "für jede Fom von Reise" und Selbsterfahrung stehen. Und auch auf gesellschaftlichen Tiefgang legt Garms Wert: "Das Blatt bezieht Stellung, ist meinungsstark und ein Resonanzboden politischer, sozialer und kultureller Strömungen."
Der Copypreis beträgt 4,80 Euro, Trip soll 12 Mal jährlich erscheinen.

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