Aldi prüft Alternativen zu Zeitungswerbung

Der Lebensmittelkonzern Aldi Süd hat in Baden-Württemberg seine Printwerbung reduziert und wirbt mit einem Prospekt, das direkt an die Haushalte verteilt wird. Wie die Lebensmittel-Zeitung (LZ) schreibt, sind 13 Regionalzeitungen von dem Anzeigenboykott betroffen, darunter die Stuttgarter Zeitung und der Südkurier. In den Verlagen herrscht Verunsicherung – gilt Aldi doch als "Top-Kunde schlechthin", so ein Manager gegenüber der LZ. Was bei Aldi entschieden werde, habe Signalwirkung für den ganzen Markt.

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Während in der Stuttgarter Zeitung keine Anzeigen mehr geschaltet werden, wurde bei anderen Blättern das Werbeengagement bis zur Hälfte reduziert. Die neue Werbestrategie will Aldi bis Ende des Jahres testen. Teilweise soll diese dann auch mit der Verteilung von kostenlosen Anzeigenblättern kombiniert werden. Nach dem Testlauf wird über die Steuerung der Werbung in der Zukunft entschieden.
Ein vollständiger Rückzug des Konzern aus der Print-Werbung stünde aber nicht bevor, sagte ein Aldi-Manager gegenüber der LZ. Es käme immer wieder vor, dass eine Regionalgesellschaft anderer Wege gehe.
Diese Wege kommen die Verlagsbranche aber teuer zu stehen. Das Werbeaufkommen von Händlern liegt bei Zeitungen zwischen 30 und 40 Prozent. Laut Nielsen Media Research haben Aldi und Konkurrent Lidl zusammen im vergangenen Jahr fast 650 Millionen Euro brutto für klassische Werbung ausgegeben.
Ein Verlagsmanager prophezeite, dass Lidl dem Beispiel Aldis folgen könnte . Man müsse sich darauf einstellen, dass Teile des Discounts komplett verloren gingen. In Frankreich ist man schon so weit: Aldi Nord verzichtet dort vollständig auf Print-Werbung.

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