Westerwelle inszeniert sich in Bravo

Von Big Brother zu Bravo: Außenminister Guido Westerwelle hat Bauers Jugendtitel ein Exklusiv-Interview gegeben. Es ist das erste Mal, dass ein deutscher Politiker in dem Heft über Privates plaudert. Westerwelle outet sich als Bravo-Fan, der früher Star-Schnitte sammelte und auf Suzi Quatro in Lederkluft stand. Dr. Sommer spielte für den 49-Jährigen keine große Rolle: "Ich war zuerst auf einer Realschule - das war eine reine Jungenschule. Und da wurde über solche Themen recht offen und robust gesprochen."

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Die Inititative für das Interview kam vom Verlag. Das dreiseitige Gespräch führte Bravo-Reporter Marcus Lucas. Darin geht es um Westerwelles Jugend, seine Homosexualität, seinen Kinderwunsch und seine Aufgaben als Außenminister, ergänzt durch Fotos aus seinem Büro, vor dem "eigenen Jet" und seinen Auslandsreisen sowie eines Bildes von ihm und seinen Lebensgefährten Michael Mronz, den er in der Öffentlichkeit auch oft nur als "Herr Mronz" bezeichnet. Eine perfekte Plattform für den Politiker, um sich zu inszenieren – ohne kritische Nachfragen fürchten zu müssen.
So verrät Westerwelle, dass er eigentlich lieber Kunst studiert hätte. Doch sein Lehrer hielt ihn davon ab: "Da wusste ich, dass mein Talent zum Künstler nicht ausreicht." Folglich studierte er Jura. "Jetzt sammle ich Kunstwerke – das ist immerhin übrig geblieben von dieser Leidenschaft." Für seine Homosexualität sei er in der Schule gemobbt worden, Familie und Freunde hätten dies aber akzeptiert. Einen Kinderwunsch habe er nicht mehr: "Wenn es darum geht, was einem im Leben, das man bisher führen durfte, fehlt, dann wäre das mit Sicherheit auf der Liste ganz oben." Doch in seinem Alter stelle sich die Frage nicht mehr.
Als Schüler habe er Naturwissenschaften gehasst: "Physik, Chemie, Mathematik, eben Naturwissenschaften. Die hab ich mir eher reinzwingen müssen", sagt derjenige, der vor seinem Amtsantritt als Außenminister auch für das Finanzressort gehandelt wurde.
Dennoch kommt er nicht umhin, politische Parolen zu schwingen: "Jeder der etwas erreichen will, muss wissen, dass nur wenigen Genies alles zufliegt. Bei allen anderen braucht es viel Disziplin, Fleiß, Arbeit. Wichtig ist die innere Bereitschaft, wenn man hingefallen ist, gleich wieder aufzustehen". Und: "Wer sich nicht anstrengt, macht nicht denselben Weg wie jemand, der sich anstrengt."

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