Schumacher: vom Seriensieger zum Statisten?

Zwei bis drei Rennen, so hatten Experten vorhergesagt, würde es dauern, bis Michael Schumacher nach drei Jahren Auszeit wieder zum Niveau der Topfahrer in der Formel 1 aufschließen kann. So gesehen, wäre Schumacher noch im Plan. Doch es gibt auch Zweifel. Im Qualifying in Malaysia landete der Ex-Weltmeister auf Rang acht, vier Deutsche starten vor ihm. Die Erklärungen, die der zum Titelfavoriten hochgejazzte Wiedereinsteiger für sein mäßiges Abschneiden liefert, sind Ausflüchte von der Stange.

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Zwei bis drei Rennen, so hatten Experten vorhergesagt, würde es dauern, bis Michael Schumacher nach drei Jahren Auszeit wieder zum Niveau der Topfahrer in der Formel 1 aufschließen kann. So gesehen, wäre Schumacher noch im Plan. Doch es gibt auch Zweifel. Im Qualifying in Malaysia landete der Ex-Weltmeister auf Rang acht, vier Deutsche starten vor ihm. Die Erklärungen, die der zum Titelfavoriten hochgejazzte Wiedereinsteiger für sein mäßiges Abschneiden liefert, sind Ausflüchte von der Stange.
Sicher war der Regen in Kuala Lumpur ein Faktor, der die Ergebnisse verzerrte und das Loch von 1,1 Sekunden relativiert, das sich zwischen Schumacher und seinem Teamrivalen Nico Rosberg auftat. Angeblich waren es Reifenprobleme, die eine schnellere Runde des 41-Jährigen verhinderten – solche Begründungen hört man oft, überprüfbar sind sie nicht. Und es wirkt ähnlich wenig überzeugend wie seine Kritik an der "zu konservativen Strategie" im Qualifying von Melbourne, die ihn angeblich um eine bessere Platzierung gebracht habe. Wenn sich Schumacher im Rennen nicht deutlich steigert, dann könnte die Geschichte der ersten drei Saisonläufe in Übersee vor dem Wechsel nach Europa auch erzählt werden, ohne dass man Schumachers Comeback groß thematisiert.
Eine derartige Mitläuferrolle ist Schumacher nicht gewohnt, und man kann gespannt sein, wie er damit umgeht, dass er nicht nur gegen Rosberg und Vettel verliert, sondern auch die Rücklichter von deutschen Fahrern in unterlegenen Rennwagen wie Adrian Sutil oder dem Debütanten Nico Hülkenberg sieht. Noch wirkt Schumacher cool und kontrolliert, aber auch er weiß, dass er nicht unbegrenzt Kredit hat, wenn er nicht riskieren will, teamintern zur Nummer zwei degradiert zu werden. Das hat er nur ein einziges Mal erlebt, als er 1999 durch einen Beinbruch monatelang ausfiel und am Ende als Wasserträger von Eddie Irvine antreten musste.
Der Einschaltquoten-Schub des Comebacks war schon im zweiten Weltmeisterschaftslauf aufgebraucht, die Begeisterung in den Medien hat spürbar nachgelassen. Schon nach dem ersten Rennen hatte Bild "Schleich-Schumi" getitelt und gefragt: "Klemmte sein Gasfuß?" Da war Schumacher noch Sechster. Rennen zwei in Melbourne beendete er als Zehnter, und sollte es jetzt in Malaysia wieder nicht zu einem Platz auf dem Podium reichen, dann hat er ein ernstes Problem: Denn die Konkurrenz in den überlegenen McLaren und Ferrari scheint in Kuala Lumpur fast chancenlos: Weltmeister Jenson Button startet von Platz 17, Lewis Hamilton sowie die Ferrari-Piloten Fernando Alonso und Felipe Massa sogar von noch weiter hinten.
So leicht wie jetzt wäre ein Sieg für den Rückkehrer im ersten Comeback-Jahr noch nie möglich gewesen. Am Sonntagmittag werden wir wissen, wie weit der Fahrer Schumacher von 2010 von dem im Jahre 2006 entfernt ist. Die Erkenntnis, so steht zu befürchten, könnte ernüchternd sein.

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