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„Heilige Lanze“: Popcorn-TV mit Schwächen

Mit der mehr als 5 Millionen Euro teuren Produktion "Die Jagd nach der heiligen Lanze" leitet RTL am Donnerstagabend die Jagd nach der heiligen Oster-Quote ein. Kai Wiesinger, Bettina Zimmermann und Fabian Busch suchen in der Fortsetzung der "Jagd nach dem Schatz der Nibelungen" in halb Deutschland nach der Lanze, mit der Jesus am Kreuz hängend erstochen wurde. Das hätte wie beim Vorgänger ein netter Abenteuerspaß werden können, doch leider gibt es zu viele Peinlichkeiten und zu wenig Tempo.

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"Die Jagd nach der heiligen Lanze" führt die drei Protagonisten wie erwähnt durch halb Deutschland. Sie suchen in einem geheimen Labor des Geheimrates Johann Wolfgang von Goethe (!), in Kirchen, bombastischen Gebäuden und sogar im Brandenburger Tor. Die Jagd ist gleichzeitig immer wieder eine Flucht vor Jürgen Prochnow, der einen Bösen Nachkommen von Napoleon (!) spielt und die Lanze ebenfalls haben möchte, um mit ihr unsterblich zu werden.

Schon diese Handlungs-Fragmente werden Genrefans an die großen Vorbilder des RTL-Abenteuers erinnern: Die beiden Jerry-Bruckheimer-Blockbuster "Das Vermächtnis der Tempelritter" und "Das Vermächtnis des geheimen Buches" mit Nicolas Cage und Diane Kruger funktionieren nach demselben Schema. Während die US-Vorbilder allerdings ein kurzweiliges und temporeiches Spektakel abliefern, kann "Die Jagd nach der heiligen Lanze" allzu oft nicht mithalten. Das liegt gar nicht mal am selbstverständlich deutlich geringeren Budget, sondern an einigen überflüssigen Peinlichkeiten. Dass die Jagd historische Figuren wie Goethe und Napoleon in die Handlung einbaut, ist dabei noch verschmerzbar. Doch wenn die Kamera zum ersten Mal die prügelnde Assistentin von Jürgen Prochnow zeigt, kann der Zuschauer nicht mehr anders: Er muss lachen. Warum zur Hölle haben die Macher des Films eine solch peinliche Lara Croft für Arme in den Film geschrieben? Vollkommen überflüssig und schädlich.

Auch der Neben-Handlungsstrang mit der Tochter der beiden Hauptfiguren Eik Meiers (Kai Wiesinger) und Katharina Bertholdi (Bettina Zimmermann) ist vollkommen überflüssig, bringt die Handlung kein Stück weiter und wurde wahrscheinlich nur in den Film genommen, damit auch Teenies beim Zuschauen jemanden haben, bei dem sie mitfiebern können. Was dem Film zudem leider fehlt, ist Tempo. Die einzelnen Orte, an denen gesucht wird, werden wie auf einer Checkliste abgehakt, immer wieder kommen die Bösen den Guten auf die Schliche und immer wieder sind die Guten ein Stück klüger. Betrachtet man all diese Schwächen, so wäre es gut möglich gewesen, den Film ein Stück kürzer und dafür schneller zu gestalten. Denn: Mit einer Spieldauer von fast zwei Stunden (netto) ist er für einen Fernsehfilm ohnehin ungewöhnlich lang.

Unter dem Strich bleibt ein Film, der ab und zu durchaus unterhalten kann, insgesamt aber zu lang, zu langsam und zu langweilig ist, um zu überzeugen. Auch Fans des Genres Abenteuerfilm werden nach dem Schauen der "Jagd nach der Heiligen Lanze" sicher zum DVD-Regal gehen und lieber nochmal einen guten "Indiana Jones"-Film oder wenigsten einen der beiden erwähnten Nicolas-Cage-Filme schauen.

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