SZ-Verlag dockt Magazintochter ans Haus an

Strukturelle Veränderung beim Süddeutschen Verlag. Wie Kress.de am Mittwoch berichtet, soll die Magazin-Tochter (SZ Magazin) näher an den Hauptverlag rücken, der künftig die kaufmännischen und administrativen Aufgaben übernimmt. Dass der Chefredakteur des SZ Magazins, Dominik Wichmann, dabei wie Kress.de meldet eine noch zu gründende Redaktions GmbH leiten werde, trifft jedoch nicht zu. Wichmann schloss gegenüber MEEDIA eine Verquickung journalistischer und kaufmännischer Aufgaben aus.

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"Ich werde nicht die kaufmännischen Funktionen des bisherigen Geschäftsführers Rudolf Spindler übernehmen", erklärte Dominik Wichmann auf MEEDIA-Anfrage und nannte dafür zwei Gründe: "Erstens bin ich Journalist und kein Verlagsgeschäftsführer, zum Zweiten ist mir jede Konstellation, in der ein Chefredakteur zusätzlich zu seinen journalistischen die kaufmännischen Aufgaben übernimmt, zuwider. Redaktion und Verlag sollten getrennt bleiben."
Die Spekulationen über die künftige Struktur der Magazin Verlagsgesellschaft waren durch die Einberufung einer Mitarbeiterversammlung für Mittwochnachmittag genährt worden. Dabei soll ein Modell vorgestellt werden, wie die Unternehmenstochter unter Nutzung der üblichen Synergien in den Mutterverlag integriert wird. Dabei dürften einige Stellen wegfallen – um wie viele es sich handelt und ob es in diesem Zuge zu betriebsbedingten Kündigungen im Verlagsbereich kommt, ist noch unklar.
Bei der Magazin Verlagsgesellschaft, die neben dem SZ Magazin auch Supplements betreut und im Corporate Publishing aktiv ist, läuft es derzeit rund: Nach jahrelangen Verlusten ist das Unternehmen inzwischen nachhaltig profitabel. Ursachen für die Umstrukturierungen sind nach Ansicht von Branchenkennern daher auch weniger in der Magazin-Unit als bei dem von der Krise gebeutelten Süddeutschen Verlag zu suchen, der bestrebt ist, alle Sparpotenziale auszuschöpfen.
Im Zuge der Neuordnung soll der bisherige Geschäftsführer Rudolf Spindler neue Aufgaben übernehmen, laut Kress.de möglichweise eine Führungsposition im Anzeigenbereich der Süddeutschen Zeitung. Für die Journalisten des SZ Magazins wird sich offenbar nichts verändern, so Wichmann: "Die redaktionelle Integrität des SZ Magazins bleibt in vollem Umfang gewahrt."

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