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Verleger stoppen Gratis-App der BBC

Die BBC muss den für die kommenden Wochen geplanten Start von kostenlosen Smartphone-Apps für Nachrichten und Sport verschieben. Der BBC Trust, das Aufsichtsgremium des Staatssenders, hat nach Protesten des britischen Verlegerverbands eine neue Prüfung der Folgen veranlasst und die Entwicklung gestoppt. Die Entwicklung in England wird auch hierzulande genau beobachtet. Auch in Deutschland protestieren Verleger gegen eine geplante kostenlose iPhpne App der Tagesschau.

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"Wir sind erfreut, dass der BBC Trust unsere Bedenken Ernst nimmt und den Start aufschiebt", kommentierte David Newell, Chef der Newspaper Publishers Association in Großbritannien. Der Verband fürchtet um die Erfolgschancen der kostenpflichtigen Verlags-Apps, wenn die mächtige BBC ihre Dienste umsonst auf iPhone und Blackberrys bringt.
Zu den Wortführern der Proteste zählt Verlegersohn James Murdoch, der den britischen Zweig von News Corp. anführt. Murdoch-Titel wie die Times stehen unmittelbar vor der Einführung kostenpflichtiger Online-Dienste und setzen auch bei Smartphone-Apps auf Paid Content.
Die BBC, jährlich mit umgerechnet vier Milliarden Euro aus einer Haushaltsabgabe finanziert, hat zuletzt schon die Abkehr von vielen Projekten im Rundfunk- und Online-Sektor angekündigt. Dies wird als Reaktion auf einen politischen Druck gewertet, der sich bei einem wahrscheinlichen Wahlsieg der Konservativen noch verstärken würde.
Bei der Ankündigung der geplanten Apps im Februar hatte die BBC argumentiert, mobile Dienste seien nur eine Erweiterung bestehender Angebote und deshalb nicht genehmigungspflichtig. Das dürfte deutschen Verlagen aus den Diskussionen über die geplante Tagesschau-App bekannt vorkommen. Die ARD hält aber bislang an ihren Plänen für eine kostenlose Tagesschau App fest.

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