TER: Business-Turbo für Escort-Girls

In den USA sorgt die Bewertungssite für Prostituierte TheEroticReview (TER) bereits seit Jahren für großes Aufsehen. Seit einiger Zeit bezieht das Portal auch Escort-Dienstleister aus Deutschland in sein Bewertungssystem ein. Im Interview mit der Welt am Sonntag nannte das ehemalige Escort-Girl und die Buchautorin Natalie McLennan die Site kürzlich "Stiftung Warentest für Männer auf der Suche nach bezahltem Sex". Mit 17 Höchstwertungen auf dem Portal machte sie Karriere im horizontalen Gewerbe.

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McLennan schaffte es dank TheEroticReview in kürzester Zeit zum bestbezahlten Escort-Girl in der Branche. Sie konnte bald 2.000 Dollar pro Stunde verlangen und avancierte zur Pionierin. Die Freier kamen scharenweise – Politiker, Top-Manager, Profi-Sportler und Rock-Stars – in der Regel, weil Sie die positiven Bewertungen auf der Website sagen wir mal "interessant" fanden.
"Das Abschneiden auf dieser Website entscheidet, wie teuer ein Mädchen ist. Wenn einer über dich schreibt, du seiest ein lahmer Fick und hättest Mundgeruch, killt das sofort deine Karriere. Ich war offenbar ein Naturtalent und bekam in den ersten Monaten siebzehnmal hintereinander ausschließlich Zehner-Noten", erklärt die ehemalige Edel-Hure im Gespräch mit der WamS. Um die heute 29-Jährige entstand ein solcher Hype, dass eine asiatische Firma sogar Natalia-Puppen rausbringen wollte.
TheEroticReview funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie die Reisebewertungssite HolidayCheck, nur dass keine Hotels bewertet werden, sondern Edel-Huren. Diese legen ein Profil von sich an. Kunden vergeben dort Noten für Aussehen und Performance der Escort-Girls, zwischen eins und zehn. Außerdem können sie einen kleinen Bericht über das Zusammentreffen verfassen. Diese Angaben werden auf den Profilen der Mädchen ebenso angezeigt, wie die Auswahl an Liebesdiensten, die feilgeboten werden, darunter auch ausgefallene und riskante Sexpraktiken.
Die pikanten Details sind allerdings nur für VIP-Mitglieder einsehbar – Kostenpunkt: 20 Dollar pro Monat. Ohnehin ist die Website alles andere als schmuddelig. Wer hier Bilder mit nackter Haut und schlüpfrigen Texte erwartet, wird enttäuscht. TheEroticReview wirkt steril: weißer Hintergrund, grüne Typo. Über die Navigation wählt man die Region, in der die bewerteten Mädchen tätig sind, und klickt auf einen Namen. Es folgt das Profil mit Angaben zu Köpermaßen. Fotos sucht man auf TheEroticReview vergeblich. Ein Link zu den Websiten der entsprechenden Escort-Services ist vorhanden.
Angeblich hat David Elms den erotischen Bewertungsdienst 1999 gegründet, um Kunden mehr Kontrolle über diesen Wirtschaftszweig zu geben. Ausschlaggebend sei eine negative Erfahrung mit einer Prostituierten gewesen, die sein Portemonnaie gestohlen hatte. Derzeit befindet sich Elms wegen Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen in Haft, im Sommer 2009 war er an der mexikanischen Grenze bei der Einreise in die Vereinigten Staaten festgenommen worden.
Die Abwesenheit des Gründers scheint dem Erfolg von TheEroticReview allerdings keinen Abbruch zu tun. Das Portal ist mit 120.000 Dienstleisterinnen und über einer Million Mitgliedern das weltweit größte Netzwerk seiner Art. Tendenz steigend, vor allem in europäischen Metropolen wie Paris, London, Rom, Berlin, Hamburg und München.

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