Radio-MA: alle Bundesländer auf einen Blick

Der deutsche Radiomarkt ist sehr regional geprägt. Überregionale Sender spielen kaum eine Rolle. In MA-Rankings liegen daher immer die Sender aus den bevölkerungsstärksten Gegenden vorn: NRW, Bayern, Baden-Württemberg. Doch auch in den anderen, kleineren Märkten gibt es spannende Entwicklungen. MEEDIA blickt daher auf alle 16 Länder und zeigt, welche Sender wo die Nase vorn haben. Neue Marktführer gibt es z.B. in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen.

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Für unseren Blick auf die Länder haben wir Rankings aus den jeweiligen Sender-Marktanteilen erstellt und vergleichen diese mit denen der vorigen MA 2009-II. Beginn wir unsere Reise durch Radio-Deutschland im hohen Norden:

Schleswig-Holstein: Die Nummer 1 bleibt R.SH mit einem Marktanteil von 24,8%. Dank eines kleinen Gewinns von 0,2 Prozentpunkten wurde der Vorsprung auf NDR 1 Welle Nord ausgebaut. Dort gingen 0,7 Zähler abhanden. Einen riesigen Sprung nach vorn gemacht hat Radio Nora aus Kiel, das sich an Über-35-Jährige richtet. Der Sender verbesserte sich von 3,9% auf 8,1%, erreichte also mehr als das Doppelte seines vorigen Marktanteils. Am deutlichsten verloren haben vor allem Oldie 95 und NDR 90,3, nämlich jeweils 1,0 Zähler.

Hamburg: Aus zwei Marktführern wurde einer. Lagen bei der vergangenen MA Radio Hamburg und NDR 90,3 noch gleichauf, ist Radio Hamburg nun die alleinige Nummer 1. Zu verdanken hat das der Sender vor allem dem heftigen 3,0-Punkte-Minus von NDR 90,3. Zwei andere NDR-Stationen haben hingegen am deutlichsten gewonnen: NDR 1 Niedersachsen legte um 2,8 Zähler auf 5,7% zu, NDR 2 gewann 1,4 Punkte und liegt nun bei einem Marktanteil von 14,3%. Neben NDR 90,3 verlor auch Energy Hamburg klar: 1,3 Prozentpunkte.

Niedersachsen: In Niedersachsen bleibt die Top 5 auf ihren Plätzen der vorigen MA. Herausragender Marktführer ist weiterhin NDR 1 Niedersachsen, das zwar 1,5 Zähler verlor, mit 27,1% aber immer noch einen Vorsprung von mehr als 10 Prozentpunkten auf die Nummer 2, radio ffn, hat. Außer NDR 1 Niedersachsen hat kein Sender in diesem Bundesland mehr als einen Punkt hinzugewonnen oder verloren, größter Gewinner ist daher NDR 2 mit seinem Plus von 0,6.

Bremen: Größere Änderungen gibt es auch im kleinen Bundesland Bremen nicht. Auf den ersten vier Plätzen bleiben Bremen Eins, Bremen Vier, NDR 1 Niedersachsen und Energy Bremen. Während Bremen Eins 1,1 Punkte verlor, machten Bremen Vier und NDR 1 Niedersachsen einen ordentlichen Sprung. Heftige Verluste gab es in Bremen für das niedersächsische radio ffn: Aus 8,5% wurden 5,5%. Der Sender flog damit aus der Bremer Top 5.

Nordrhein-Westfalen: Im bevölkerungsstärksten Bundesland liegt natürlich auch diesmal die Lokalsenderkette Radio NRW vorn. Zwar gab es ein kleines Minus von 0,8 Punkten, doch mit 31,6% führt man weiterhin meilenweit vor den WDR-Stationen WDR 2, 1Live und WDR 4. Der größte Aufsteiger ist diesmal 1Live, das seinen Marktanteil von 17,3% auf 20,1% erhöhen konnte und nun gleichauf mit WDR 2 stärkster WDR-Sender ist. Größter Verlierer ist ein Sender aus einem Nachbar-Bundesland: NDR 1 Niedersachsen verlor 1,2 Prozentpunkte und liegt in NRW nun nur noch bei 1,1%.

Hessen: In Hessen freut sich Hit Radio FFH über ein Wachstum von 1,6 Prozentpunkten. Mit 27,3% hat der Privatsender seinen Vorsprung auf hr4, hr3 und hr1 ausgebaut. hr3 ist dabei mit einem Minus von 1,0 Zählern einer der größten Verlierer, sogar 1,1 Punkte verloren SWR1 BW und Rock Antenne, die in Hessen nun keine Rolle mehr spielen. Deutlich gewonnen haben neben Hit Radio FFH vor allem Antenne Bayern und harmony.fm – mit einem Wachstum von jeweils 1,0 Zählern.

Rheinland-Pfalz: In Rheinland-Pfalz geht es an der Spitze deutlich enger zu als bei der vorigen MA. SWR3 führt mit einem Marktanteil von 21,7% zwar noch, doch RPR1. ist dem öffentlich-rechtlichen Sender mit 21,2% sehr nah gekommen. War SWR3 beim letzten Mal noch der große Gewinner, gewann diesmal RPR1. 2,0 Prozentpunkte hinzu. Kräftigster Verlierer ist SWR4 RP mit einem Minus von 1,8 Zählern, deutlich gewonnen hat neben RPR1. vor allem SWR1 RP (+1,5).

Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg spielen Privatsender nur eine untergeordnete Rolle, hier verfügen die drei großen SWR-Sender SWR3, SWR4 BW und SWR1 BW über einen gemeinsamen Marktanteil von über 56%. Marktführer bleibt SWR3, vor allem auch dank eines deutlichen Verlustes von SWR4 BW, das 2,8 Punkte einbüßte. Stärkster Privatsender ist Hit-Radio Antenne 1 aus Stuttgart mit einem leichten Plus, dahinter folgt mit Verlusten Radio Regenbogen. Größter Gewinner Baden-Württembergs ist der Sender Die neue 107.7, ebenfalls aus Stuttgart, der seinen Marktanteil von 1,8% auf 3,4% fast verdoppelte.

Bayern: Im bayerischen Radiomarkt gibt es einen viel beachteten Führungswechsel. Antenne Bayern springt dank eines Zuwachses von 1,5 Marktanteilspunkten wieder am öffentlich-rechtlichen Bayern 1 vorbei. Dort gingen 1,7 Zähler verloren. Der Vorsprung von Antenne Bayern fällt mit 29,3% zu 28,4% allerdings denkbar knapp aus, ein erneuter Führungswechsel in dem kommenden MAs ist im Bereich des Möglichen. Hinter dem kämpferischen Führungsduo gab es in Bayern keine größeren Verschiebungen: Das Bayern-Funkpaket belegt vor Bayern 3 Platz 3 des Rankings, dahinter gibt es nur noch Sender mit Marktanteilen von weniger als 2%.

Saarland: Im Saarland gibt es zwar keinen Führungswechsel, doch der Vorsprung der Nummer 1 Radio Salü ist deutlich knapper geworden. Zwar gewann der Sender 0,4 Prozentpunkte hinzu, doch Verfolger SR 3 Saarlandwelle machte sogar einen Sprung von 2,0 Zählern. Ebenfalls so deutlich gewonnen hat SR 1 Europawelle, das dadurch über die 20%-Marke klettert. Größere Verlierer gibt es im Saarland nicht, die von den beiden SR-Stationen gewonnen Marktanteilspunkte verteilten sich auf der Minus-Seite auf zahlreiche Sender.

Berlin: Der umkämpfteste deutsche Radiomarkt hat diesmal einen glänzenden Sieger hervorgebracht: radioeins verbesserte sich um 0,8 Zähler auf 11,8% und führt damit nun als alleinige Nummer 1 den Markt an. Bei der vorigen MA lag man noch gleichauf mit radioBerlin 88,8, das diesmal mit einem Verlust von heftigen 2,2 Zählern der größte Verlierer Berlins ist. Freuen dürfen sich auch 104.6 RTL (+1,4) und 105’5 Spreeradio (+3,3). Das Spreeradio verbesserte sich dadurch von Rang 7 auf Platz 3, den man gemeinsam mit Antenne Brandenburg und radioBerlin 88,8 belegt. Wie umkämpft der Berliner Markt ist, zeigt neben dem geringen Marktanteil des Marktführers auch die Tatsache, dass 25 Sender über einen messbaren Marktanteil verfügen – so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Brandenburg: In Brandenburg ist der Marktführer diesmal gleichzeitig der größte Verlierer. Heftige 3,8 Prozentpunkte gingen Antenne Brandenburg verloren, von 24,9% fiel man auf 21,1%. Der Vorsprung auf BB Radio ist damit auch deutlich geschrumpft, denn dort kamen gleichzeitig 2,6 Zähler zum bisherigen Marktanteil hinzu. Aus einem Abstand von 8,7 Punkten wurde einer von 2,3. Auf den weiteren Plätzen folgen mit 104.6 RTL und 94,3 rs2 weitere Gewinner, am deutlichsten zulegen konnte auch hier radioeins mit einem Plus von 2,7 Punkten.

Mecklenburg-Vorpommern: Wie im südlichen Bayern gab es auch in nördlichen Mecklenburg-Vorpommern einen Führungswechsel. Ostseewelle Hit-Radio MV zog mit einem Wachstum von 2,6 Prozentpunkten an der bisherigen Nummer 1 NDR 1 Radio MV vorbei. Der NDR-Sender verlor dramatische 4,8 Zähler. Aus einem relativ komfortablen Vorsprung wurde daher ein klarer Rückstand. Deutlich gewonnen hat dafür der jüngere NDR-Sender N-Joy: Mit dem Plus von 1,9 Punkten kräftigte die Station ihren fünften Platz in Mecklenburg-Vorpommern.

Sachsen: In Sachsen bleiben die Machtverhältnisse hingegen eindeutig. MDR 1 Radio Sachsen führt mit 33,5% weiterhin haushoch vor Radio PSR (16,0%) und R.SA (11,9%). Größere Hinzugewinne verbuchten lediglich zwei in anderen Ländern beheimatete Sender: radioeins und Antenne Bayern mit einem Plus von jeweils 1,0 Zählern. Mehr als einen Prozentpunkt verloren haben MDR Info, Energy Sachsen und RTL Radio – nämlich jeweils 1,1.

Sachsen-Anhalt: Auch in Sachsen-Anhalt bleibt die Tabellenführung eine klare Sache. Hier führt allerdings nicht wie in Sachsen der MDR, sondern radio SAW mit einem Marktanteil von 34,6%, der im Vergleich zur vorigen MA noch gewachsen ist. Mit deutlichem Rückstand folgen MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt und Radio Brocken, die sich ebenfalls leicht verbessern konnten. Am deutlichsten verloren haben MDR Sputnik, das von 3,8% auf 1,8% fiel, sowie Hitradio RTL Sachsen (-1,4) und MDR Figaro (-1,1).

Thüringen: Der dritte Führungswechsel neben Bayern und Mecklenburg-Vorpommern ist in Thüringen passiert. Hier zog MDR 1 Radio Thüringen mit einem Plus von 3,0 Zählern an Antenne Thüringen vorbei. Dort gingen deftige 4,9 Prozentpunkte verloren. Aus einem Vorsprung von 5,4 Punkten wurde für Antenne Thüringen so ein Rückstand von 1,5. In Lauerstellung folgt dahinter die LandesWelle Thüringen, die sich von 15,6% auf 17,3% verbesserte, damit aber noch recht klar hinter MDR 1 und Antenne Thüringen liegt. Ebenfalls dramatisch verloren hat in Thüringen Jump: Aus 13,2% wurden hier 9,6%.

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